Litauische Grenzschützer entdeckten kürzlich einen Tunnel, der unter einem Grenzzaun von Belarus aus gegraben wurde, und markierten damit die zwölfte im Jahr 2026 aufgedeckte unterirdische Schleuserroute des Landes.
Grenzsicherung besteht nicht nur aus Mauern, Zäunen und Patrouillenfahrzeugen.
Es geht auch darum, neue Wege zu finden, um illegale Migration aus Nachbarländern aufzudecken und zu bekämpfen.
Allein im Jahr 2026 hat der Grenzschutz in Litauen ein Dutzend solcher Fälle identifiziert.
Unterirdische Schleuserrouten
Polnische Grenzbehörden stellten spezielle Detektionswerkzeuge zur Verfügung, die den Beamten halfen, den geheimen Gang genau zu lokalisieren. Der unfertige Tunnel führte 1,5 Meter in die Tiefe und erstreckte sich vier Meter weit. Der Tunnel hatte seinen Ursprung in Belarus.
Beamte bestätigten, dass Migranten die unvollständige Route nicht nutzen konnten, um litauisches Territorium zu betreten. Grenzbeamte füllten den geheimen Tunnel auf, kurz nachdem die üblichen rechtlichen Überprüfungen abgeschlossen waren.
Ein sich abzeichnendes Muster
Diese Entdeckung markiert einen Trend. Nach Angaben des Staatlichen Grenzschutzdienstes Litauens haben Grenzbeamte seit Anfang 2026 zwölf unterirdische Übertrittsversuche entdeckt.
Die örtliche Grenzeinheit entdeckte allein in den letzten Wochen drei separate Tunnel. Dies zeigt eine wachsende Zahl von Migranten, die versuchen, über verschiedene Tunnel nach Litauen einzureisen.
Das Überschreiten der Grenze ohne offizielle Genehmigung hat in dem baltischen Staat schwerwiegende rechtliche Konsequenzen. Wer bei illegalen Einreisen erwischt wird, muss mit hohen Geldstrafen, sofortiger Verhaftung und bis zu zwei Jahren Haft rechnen.
Wachsende Migrantenzahlen aus Belarus geben Anlass zur Sorge
„In diesem Jahr wurde ein neuer Trend beobachtet, dass Migranten verstärkt Tunnel nutzen, um das Territorium der Republik Litauen zu betreten“, sagt der litauische Kommandeur des Staatlichen Grenzschutzdienstes und bezeichnet dies als Migrationskrise.
Der Kommandeur behauptet zudem, dass belarussische Regierungsbeamte Migranten aktiv dabei helfen, diese Tunnel nach Litauen und Polen zu graben.
In den letzten fünf Jahren wurde über 25.000 Migranten die Einreise nach Litauen verweigert.