Startseite Nachrichten Karoline Leavitt wegen Behauptung kritisiert, Amerika sei erschwinglicher geworden

Karoline Leavitt wegen Behauptung kritisiert, Amerika sei erschwinglicher geworden

Karoline Leavitt
Screendump / Fox News

Die Preise sind in der jüngsten monatlichen Regierungsstatistik gesunken, doch mehrere wichtige Haushaltsausgaben lagen weiterhin über dem Niveau des Vorjahres. Diese Diskrepanz steht im Mittelpunkt einer neuen Debatte über die Lebenshaltungskosten.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, ist in die Kritik geraten, nachdem sie das Land bei einem kürzlichen Auftritt bei Fox News als erschwinglicher bezeichnet hatte. Dabei verteidigte sie die wirtschaftliche Bilanz der Regierung und verwies auf die Politik der Republikaner als Beleg für Fortschritte.

Laut HuffPost lobte Leavitt Präsident Donald Trump und den Kurs seiner Partei, bevor sie sagte: „Unser Land ist sicherer. Unser Land ist erschwinglicher.“

Ihre Äußerungen rückten schnell in den Mittelpunkt der breiteren Debatte über die Kosten für Haushalte und darüber, ob die jüngsten wirtschaftlichen Verbesserungen bei den Verbrauchern tatsächlich ankommen.

Jüngste Zahlen zeigen ein gemischtes Bild

Der Verbraucherpreisindex sank von Mai bis Juni saisonbereinigt um 0,4 Prozent, wie das U.S. Bureau of Labor Statistics mitteilte. Das war der stärkste Rückgang innerhalb eines Monats seit April 2020.

Dennoch lagen die Preise 3,5 Prozent höher als im Juni 2025. Die Lebensmittelpreise stiegen im Jahresvergleich um 3 Prozent, während die Energiepreise um 15,7 Prozent zunahmen. Die Benzinpreise sanken im Juni um 9,7 Prozent, lagen jedoch weiterhin 26,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahres.

Der Index ohne Lebensmittel und Energie blieb im Monatsvergleich unverändert und lag 2,6 Prozent über dem Stand von vor zwölf Monaten. Die Wohnkosten, die für viele Haushalte zu den größten Ausgaben zählen, stiegen im Juni um 0,1 Prozent und im Jahresvergleich um 3,3 Prozent.

Trump hat erklärt, dass seine Regierung die Kosten senke. Laut HuffPost sagte er kürzlich: „Wir haben hervorragende Arbeit dabei geleistet, die Preise zu senken.“

Das Weiße Haus verweist auf Einzelhändler

Die Regierung hat außerdem auf Preissenkungen und Sonderaktionen großer Einzelhändler verwiesen. In einer Erklärung vom 6. August teilte das White House mit, Walmart habe die Preise für Tausende Produkte gesenkt. Zudem verwies es auf Preissenkungen bei Target, die Tausende Artikel, darunter Produkte des täglichen Bedarfs, umfassten.

In der Erklärung wurden außerdem Giant Eagle, Meijer und Sam’s Club hervorgehoben. Meijer kündigte unabhängig davon vorübergehende Preisnachlässe auf eine wechselnde Auswahl von mehr als 1.000 Lebensmitteln und Haushaltsprodukten an, während Walmart erklärte, Sam’s Club habe die Preise für mehr als 250 Artikel gesenkt.

Das Weiße Haus erklärte zudem, Kroger plane die größten Preissenkungen seit Jahren, und nannte auch Albertsons, H-E-B und Costco unter den Einzelhändlern, die niedrigere Preise anbieten.

Diese Beispiele betreffen ausgewählte Produkte und nicht die Preise in der Gesamtwirtschaft. Wie erschwinglich das Leben ist, hängt zudem von den Einkommen der Haushalte und von hohen wiederkehrenden Ausgaben wie Wohnen, Lebensmitteln und Transport ab.

Kritik nach der Aussage

TV Insider berichtete nach Leavitts Auftritt bei Fox News über Kritik an ihren Äußerungen. Zuschauer stellten infrage, ob die Darstellung der Wirtschaft durch die Regierung mit den Erfahrungen der Haushalte übereinstimme. Die ehemalige Fox News-Moderatorin Gretchen Carlson reagierte gesondert und schrieb: „Hört sie sich eigentlich selbst zu?“

Die Kritik verdeutlicht ein umfassenderes Problem für das Weiße Haus bei dem Versuch, die Wähler davon zu überzeugen, dass die jüngsten Preisrückgänge und Rabatte im Einzelhandel eine spürbare Entlastung darstellen. Während sich einige monatliche Indikatoren verbessert haben, zeigen die Jahreswerte in mehreren wichtigen Kategorien weiterhin höhere Kosten.

Damit bleibt die Frage der Erschwinglichkeit offen für unterschiedliche Interpretationen. Die Regierung kann auf jüngste Preisrückgänge und ausgewählte Preissenkungen verweisen, während Kritiker darauf hinweisen können, dass viele Familien für grundlegende Ausgaben weiterhin mehr bezahlen als noch vor einem Jahr.

Quellen: HuffPost, TV Insider, U.S. Bureau of Labor Statistics, White House, Fox News