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Europa soll gemeinsame Obergrenzen für Samenspender einführen

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Tepikina Nastya/Shutterstock

Die Länder der Region wenden unterschiedliche Regeln für Reproduktionsspenden an, was eine einheitliche Kontrolle der grenzüberschreitenden Nutzung erschwert. Eine neue Empfehlung soll einen größeren Teil dieser Tätigkeit unter ein gemeinsames System bringen.

Derzeit gibt es keine europaweite Obergrenze dafür, wie viele Familien Sperma desselben Spenders verwenden dürfen. Die European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE) empfiehlt, dies zu ändern und zunächst eine Obergrenze von 50 Familien pro Spender einzuführen, die anschließend schrittweise auf 15 gesenkt werden soll.

Die ESHRE empfiehlt außerdem die Einrichtung eines gemeinsamen europäischen Spenderregisters, um die Verwendung von Spendersamen über Landesgrenzen hinweg nachverfolgen zu können, berichtet der Sender DR. Der dänische Ethikrat erklärte, Ethikräte in Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland hätten bereits zuvor die Einführung einer solchen Obergrenze empfohlen.

Das Thema hat nach einer Recherche von DR verstärkt Aufmerksamkeit erhalten. Dem Bericht zufolge wurden mindestens 210 Kinder mit dem Sperma eines dänischen Spenders gezeugt, der eine schwere, mit Krebs in Verbindung stehende genetische Mutation trug. Mehrere der Kinder erbten die Mutation.

In Dänemark darf das Sperma eines einzelnen Spenders bereits nur für höchstens zwölf dänische Familien verwendet werden. Das Sperma desselben Spenders kann jedoch im Ausland weiterhin nach den Regeln anderer Länder eingesetzt werden. Eine nationale Obergrenze zeigt daher nicht zwangsläufig, wie weit das Sperma eines Spenders europaweit verwendet wurde.

Strengere Grenzen könnten das Angebot beeinträchtigen

Die vorgeschlagenen Grenzwerte wurden in Gesprächen mit Fertilitätsmedizinern, Biologen, Laborspezialisten, Patientenorganisationen und weiteren Fachleuten aus der Reproduktionsmedizin erarbeitet.

Kirsten Tryde Macklon, leitende Ärztin an der Fertilitätsklinik des Rigshospitalet in Kopenhagen und Vorsitzende des Ethikausschusses der ESHRE, warnte davor, dass zu niedrige Obergrenzen die Verfügbarkeit von Spendersamen verringern und zu längeren Wartezeiten für angehende Eltern führen könnten, die auf eine Spende angewiesen sind.

Rechte von Spenderkindern (Donorbørns Vilkår), eine dänische Organisation, die durch Samenspende gezeugte Menschen vertritt, fordert eine niedrigere Obergrenze als die von der ESHRE vorgeschlagene. Die Vorsitzende der Organisation, Bodil Skov, befürwortet eine Begrenzung auf sieben Familien pro Spender und argumentiert, dass die langfristigen Interessen von Kindern, die durch eine Spende gezeugt wurden, bei der Festlegung solcher Regeln stärker berücksichtigt werden sollten.

Skov erklärte zudem, strengere Grenzen könnten Samenspenden attraktiver machen, da potenzielle Spender möglicherweise weniger Sorge hätten, eines Tages genetisch mit Hunderten von Kindern verbunden zu sein.

Quellen: DR, European Society of Human Reproduction and Embryology, Det Etiske Råd