Startseite Nachrichten Klage gegen Trump: Bezahltes Abo für Präsidenten-Ankündigungen in der Kritik

Klage gegen Trump: Bezahltes Abo für Präsidenten-Ankündigungen in der Kritik

Donald Trump
Joey Sussman / Shutterstock.com

Trumps Informationsdienst für 100.000 US-Dollar pro Monat löst explosive Gerichtsauseinandersetzung aus.

Donald Trumps Nutzung sozialer Medien als präsidiales Megafon hat eine neue rechtliche Auseinandersetzung ausgelöst, wobei zwei Medienorganisationen infrage stellen, ob offizielle Ankündigungen zahlende Kunden tatsächlich vor allen anderen erreichen dürfen.

Laut Reuters haben The Intercept und die Freedom of the Press Foundation am Mittwoch Trump und weitere Beamte des Weißen Hauses vor einem Bundesgericht in Manhattan wegen Truth API verklagt, einem Abonnementdienst, der mit Truth Social verbunden ist.

Es geht um einen Feed, der Abonnenten bis zu 100.000 US-Dollar pro Monat kosten kann und schnellen Zugang zu Beiträgen von Trump und mehreren anderen prominenten Persönlichkeiten der Regierung bietet. Trumps Nachrichten enthielten wiederholt politische Ankündigungen, die Finanzmärkte beeinflussen können.

Truth API wurde am 1. August von der Trump Media & Technology Group eingeführt. Abonnenten erhalten Beiträge von 10 ausgewählten Truth Social-Konten, darunter jene von Trump, Vizepräsident JD Vance und dem Weißen Haus.

Der Zugang umfasst laut Klageschrift auch Konten, die dem Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. und FBI-Direktor Kash Patel zugeordnet sind.

Der Interims-CEO von Trump Media, Kevin McGurn, teilte Investoren diese Woche mit, dass Kunden, die den Dienst nutzen, Informationen „bruchstückhaft schneller“ als andere Nutzer erhalten könnten.

Geschwindigkeit ist besonders wichtig, da Trump häufig weitreichende Entwicklungen auf Truth Social angekündigt hat. Zollentscheidungen und Entwicklungen im Zusammenhang mit Konflikten im Nahen Osten gehören zu den Themen, die über sein Konto behandelt wurden, manchmal bevor entsprechende Informationen über traditionelle Kanäle des Weißen Hauses erschienen sind.

Laut den Klägern wurden Tausende von Trumps Beiträgen und Reposts während seiner zweiten Amtszeit anschließend nicht von offiziellen Erklärungen des Weißen Hauses begleitet.

Mediengruppen stellen die Regelung infrage

Die Klage vom Mittwoch fordert ein Bundesgericht auf, das Weiße Haus daran zu hindern, offizielle Regierungsankündigungen ausschließlich über Truth Social zu machen, solange der kostenpflichtige Dienst in Betrieb ist.

Die Anwälte der beiden Organisationen argumentieren, dass die Bereitstellung eines privilegierten Zugangs zu präsidialen Informationen verfassungsrechtliche Probleme aufwirft und Trump ein finanzielles Interesse an den Abonnements verschafft.

Ihre Klageschrift beschreibt die Regelung als „zutiefst korrupt“, und argumentiert, dass präsidiale Ankündigungen gleichermaßen zugänglich sein sollten, anstatt zuerst private zahlende Kunden zu erreichen.

Auch Bedenken hinsichtlich des Ersten Verfassungszusatzes sind Teil der Klage. Die Kläger behaupten, dass die Regierung keinen legitimen Grund habe, Abonnenten einen bevorzugten Zugang zu offiziellen präsidialen Mitteilungen zu gewähren, während Trump potenziell finanziell von der Regelung profitiere.

Trump Media ist in dem Fall nicht als Beklagte genannt, obwohl das Unternehmen die Vorwürfe vehement zurückwies.

Ein Sprecher argumentierte, dass zahlreiche Medienorganisationen und digitale Plattformen bereits Kunden für abonnementbasierte Informationsdienste zur Kasse bitten.

„Nun versuchen linke Aktivisten, die Gerichte zu Unrecht zu instrumentalisieren, um ihn zu zensieren“, sagte der Sprecher, während er den Klägern auch vorwarf, die Aktionäre von Trump Media schädigen zu wollen.

Politische Prüfung hatte bereits vor dem offiziellen Start von Truth API eingesetzt. Die demokratischen Senatoren Elizabeth Warren und Adam Schiff forderten die Securities and Exchange Commission Ende Juli auf, zu untersuchen, ob der Dienst die Marktintegrität gefährden könnte, während er reichen Investoren und anderen Abonnenten einen Vorteil verschafft.

Trump behält bedeutende finanzielle Beteiligung

Fragen rund um den Dienst werden durch Trumps fortbestehende finanzielle Verbindung zu dem Unternehmen hinter Truth Social erschwert.

Trump bleibt über den Donald J. Trump Revocable Trust der größte Aktionär von Trump Media. Sein Anteil von 41,3 Prozent ist laut Reuters-Daten etwa 950 Millionen US-Dollar wert.

Donald Trump Jr., der älteste Sohn des Präsidenten, ist Direktor von Trump Media und beaufsichtigt den Trust, der die Anteile seines Vaters hält.

Eine sofortige Reaktion auf die Klage gab es vom Weißen Haus nicht. Die rechtliche Auseinandersetzung wird nun prüfen, ob die Nutzung von Truth Social durch die Regierung für offizielle Mitteilungen mit einem kommerziellen Dienst koexistieren kann, der zahlenden Kunden schnelleren Zugang zu denselben präsidialen Nachrichten bietet.