Trump verhängte zunächst neue Zölle auf Kanada, kurz darauf reagierte Kanada mit Vergeltungsmaßnahmen.
Die Handelsgespräche zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada sind kürzlich gescheitert, was zu hohen Zöllen zwischen den beiden Nachbarländern führte. Washington verhängte 50-prozentige Zölle auf kanadische Waren, während Ottawa Vergeltungszölle ab dem 8. September ankündigte.
Ontarios Premierminister Doug Ford kritisierte diesen Schritt während eines Auftritts bei ABC News und warf Donald Trump vor, im Grunde eine neue Steuer auf die US-Verbraucher einzuführen.
„Ein Zoll auf Kanada ist nichts anderes als eine Steuer auf das amerikanische Volk, und es ist wahrscheinlich der schlechteste Schritt, den er je machen könnte“, sagte Ford der Moderatorin von „This Week“, Martha Raddatz.
Kanada exportiert über 70 Prozent seiner Waren in die USA, während fast 60 Prozent der kanadischen Importe von amerikanischen Geschäftspartnern stammen, berichtet ABC News.
Öl- und Autodrohungen
Rohöl ist weiterhin ein zentraler Bestandteil dieser Handelsbeziehung. Premierminister Mark Carney merkte an, dass Kanada 60 Prozent des gesamten in die USA importierten ausländischen Öls liefert.
Ein kürzlich geschlossener US-Deal über mehr als 65 Milliarden Barrel venezolanischer Ölreserven hat jedoch die Verhandlungspositionen verschoben. Ford stellte offen die Frage, ob Washington Venezuela gegenüber seinem wichtigsten Verbündeten den Vorzug geben sollte.
„Nun, wissen Sie was? Das wird Präsident Trump entscheiden müssen. Mit wem wollen Sie Geschäfte machen? Mit einer instabilen Regierung wie Venezuela, oder wollen Sie mit Ihrem Handelspartner Nummer 1, Ihrem Verbündeten Nummer 1, Geschäfte machen?“, fragte Ford bei ABC News.
Trump drohte zudem, die Autozölle bis zum 1. Januar 2027 zu verdoppeln und schrieb, „Kanada werde nicht länger wie ein Bundesstaat behandelt“. Ford warnte, dass sich diese Maßnahme für beide Nationen als „verheerend“ erweisen würde.
Streit um den See
Zusätzlich zur Verhängung von Zöllen gegen Kanada unternahm Donald Trump auch einen ungewöhnlichen Schritt, als er den Ontariosee offiziell in „Lake America“ umbenannte.
Zu den vorgeschlagenen neuen Namen gehört „TACO Avenue“ – die Abkürzung bezieht sich auf ein Akronym, das online während der jüngsten Zollstreitigkeiten entstand und für „Trump Always Chickens Out“ steht.