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Ukraine: 2.500 russische Soldaten auf strategischer Nehrung isoliert

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Sergey Nikonov / Shutterstock.com

Einige russische Soldaten versuchen sogar, sich in Zivilkleidung zu verstecken, so ukrainische Militärangehörige.

Ukrainische Streitkräfte haben nach eigenen Angaben rund 2.500 russische Soldaten auf der besetzten Kinburn-Nehrung isoliert. Dies behaupten ukrainische Militärangehörige in einem Interview mit Radio Free Europe/Radio Liberty.

Ständige Drohnenangriffe und ferngesteuerte Minenoperationen haben die wichtigsten Versorgungsrouten effektiv gekappt, wodurch die Fronteinheiten Schwierigkeiten haben, grundlegende Versorgungsgüter zu sichern.

Die Versorgungslinien sind zusammengebrochen. Wege, die einst Nahrung, Treibstoff und Munition auf den schmalen Landstreifen brachten, funktionieren nicht mehr. Ukrainische Kräfte haben systematisch ankommende Transportfahrzeuge ins Visier genommen, darunter Quads, Autos und Motorräder, die für den Personalwechsel eingesetzt wurden.

Abgefangene Funksprüche offenbaren erheblichen Stress unter den in dem Gebiet eingeschlossenen Truppen. Ein ukrainischer Aufklärungskommandant, bekannt unter dem Rufzeichen „Yava“, zeichnete ein anschauliches Bild der Lage vor Ort.

„Sie schreien in abgefangenen Funksprüchen, dass sie die Logistik nicht organisieren können, dass sie nicht dorthin wollen, weil es den Tod bedeutet“, sagte Yava dem Projekt Crimea.Realities von Radio Free Europe/Radio Liberty. „Die Nehrung ist zu einer Falle für sie geworden“, fügte er hinzu.

Warum das wichtig ist

Die Kinburn-Nehrung ist ein entscheidendes strategisches Tor zur Krim-Halbinsel, da sie die Mündung des Dnipro-Bug-Ästuars und den maritimen Zugang zu wichtigen südlichen Häfen kontrolliert.

Russische Streitkräfte nutzen die Nehrung als Ausgangspunkt, um benachbarte ukrainische Ziele zu beschießen und unterstützen damit die russischen Operationen im Süden.

Im Dezember 2022 veröffentlichte die University of Portsmouth einen Blogbeitrag, in dem beschrieben wurde, dass die Kinburn-Nehrung von „entscheidender militärischer Bedeutung“ sei und dass sie die Rückeroberung der gesamten Krim-Halbinsel ermöglichen könnte, falls die Ukraine die Kontrolle über die Nehrung erlange.

Russische Feuerkraft zurückgedrängt

Russische Einheiten nutzten die Kinburn-Nehrung zuvor, um schwere Artillerieangriffe direkt auf ukrainisches Territorium zu starten. Systematische Angriffe der ukrainischen Streitkräfte haben seither die meisten dieser Feuerstellungen zerstört.

Aufgrund dieser Verluste können russische Truppen Küstengebiete in der ukrainischen Region Mykolajiw nun nur noch mit weitreichenderer Artillerie angreifen, die weiter östlich in der Region Cherson stationiert ist. Die meisten verbleibenden Kräfte haben sich über das Dorf Herojske hinaus zurückgezogen.

Das Operationsgebiet bleibt für Nichtkombattanten, die noch auf der Halbinsel leben, äußerst gefährlich.

Militärangehörige teilten Crimea.Realities mit, dass sich russische Soldaten häufig in Zivilkleidung tarnen und von Wohngebäuden aus operieren. Da sich noch Zivilisten auf der Nehrung befinden, haben die ukrainischen Streitkräfte Angriffe auf Häuser untersagt.

Stattdessen führen die ukrainischen Streitkräfte eine gründliche Aufklärung durch und greifen nur an, wenn Ziele verifiziert sind.

Zerstörtes Küstenökosystem

Die Kinburn-Halbinsel liegt zwischen dem Schwarzen Meer und dem Dnipro-Bug-Ästuar. Sie liegt direkt gegenüber der ukrainisch kontrollierten Stadt Otschakiw.

Russische Truppen halten den Landstreifen seit 2022 und nutzen ihn, um wichtige Schifffahrtskorridore bei Odessa und Mykolajiw zu bedrohen.

Jahrelange schwere Kämpfe haben verheerende Auswirkungen auf die umliegende Umwelt gehabt. Bereits im November 2025 warnte der Sprecher der ukrainischen Marine, Dmytro Pletentschuk, dass das geschützte Küstenökosystem durch Brände, Umweltverschmutzung und militärische Bauarbeiten „praktisch zerstört“ worden sei.