Es ist das sechste mutmaßliche Schiff der Schattenflotte, das in den letzten paar Monaten geentert wurde.
Bewaffnete Kräfte einer EU-Marinepatrouille enterten am Montag im Mittelmeer einen Öltanker namens MV SUN. Sie handelten, nachdem Inspektoren den Verdacht gehegt hatten, das Schiff fahre unter falscher Flagge, möglicherweise als Teil der russischen „Schattenflotte“.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas bestätigte den Einsatz auf X. Öffentlich erklärte sie, dass Inspektoren den Tanker für sofortige Flaggenkontrollen ins Visier genommen hätten.
„Dies ist das sechste mutmaßliche Schiff der Schattenflotte, das unsere EU-Operationen in den letzten Monaten geentert haben“, schrieb Kallas.
Behörden vermuten, dass diese älteren Schiffe Briefkastenfirmen nutzen, um ihre wahren Eigentümer zu verschleiern, während sie russisches Rohöl transportieren.
Verschärfung des Vorgehens
Europäische Regierungen wollen die Einnahmen unterbinden, die den Krieg in der Ukraine finanzieren. Nicht registrierte Tanker umgehen oft strenge westliche Preisobergrenzen.
„Illegale Ölverkäufe von Schiffen der Schattenflotte sind eine entscheidende Lebensader für Russlands Krieg in der Ukraine“, fügte Kallas hinzu, „und wir werden sie weiterhin kappen.“
Laut The Moscow Times operiert die EU-Marinemission im Rahmen der Mittelmeer-Initiative namens Operation Irini. Die Mission begann bereits im Jahr 2020, um das UN-Waffenembargo gegen Libyen durchzusetzen, doch europäische Staats- und Regierungschefs haben ihre Befugnisse kürzlich erweitert.
Nach internationalem Recht können Kriegsschiffe jedes Schiff inspizieren, das verdächtigt wird, unter falscher Flagge zu fahren.
Unterdessen planen europäische Verteidigungsminister, während eines Gipfeltreffens in Irland am Dienstag über eine stärkere Durchsetzung zu beraten. Der Block hat bereits rund 600 Schiffe auf die Schwarze Liste gesetzt.
Scharfe russische Warnungen
Der wachsende Druck hat heftigen Widerstand aus Moskau hervorgerufen. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte europäische Abfangmanöver zuvor als „Piraterie“ verurteilt und gewarnt, sein Militär könne entsprechend reagieren.
Dennoch weiten verbündete Kräfte ihre Präsenz weit über die südlichen Gewässer hinaus aus. Britische Kriegsschiffe verfolgten laut Reuters kürzlich russische Frachtschiffe durch den Ärmelkanal.
Diese engen Begleitungen zwingen die „Schattenflotten“-Schiffe auf längere, kostspieligere Routen um Europa herum.
