Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen …
Der russische Auslandsgeheimdienst hat am Montag die Europäische Union direkt beschuldigt.
Laut Berichten russischer Staatsmedien behauptet Moskau, europäische Beamte organisierten eine breit angelegte Kampagne, um die bevorstehenden Parlamentswahlen des Landes im September zu stören.
Beamte in Moskau behaupteten, westliche Staaten hätten die Ukraine dazu gedrängt, Angriffe tief im russischen Territorium zu verstärken. Sie behaupteten ferner, europäische Behörden diskutierten aktiv Pläne für Cyberangriffe, die direkt auf Russlands elektronische Wahlinfrastruktur abzielten.
Darüber hinaus warf der russische Geheimdienst der Europäischen Union vor, Störungen in physischen Wahllokalen im In- und Ausland zu planen.
Sie behaupten, westliche Beamte wollten am Wahltag Chaos stiften.
Der Auslandsgeheimdienst behauptete ferner, westliche Regierungen hätten exilierte Oppositionsgruppen angewiesen, die Ergebnisse anzufechten. Laut Moskau sei diesen Gruppen aufgetragen worden, Boykottkampagnen zu starten und nach Beendigung der Abstimmung sofortige rechtliche Schritte einzuleiten.
Brüssel kontert
Brüssel wies die Anschuldigungen umgehend zurück. Gegenüber dem Kyiv Independent wies die Sprecherin der Europäischen Kommission, Anitta Hipper, am 31. August die aus Moskau stammenden Äußerungen vollständig zurück.
„Im Gegensatz zu Russland mischt sich die Europäische Union nicht in Wahlen ein“, erklärte Hipper dem Medium unmissverständlich.
Sie merkte an, dass Moskau bei früheren nationalen Abstimmungen wiederholt nicht in der Lage gewesen sei, akzeptable demokratische Standards aufrechtzuerhalten. Europäische Beamte argumentieren, die wahre Bedrohung für die Wahlfreiheit liege innerhalb des russischen politischen Systems selbst.
Eine wachsende Kluft
Hipper kritisierte Moskaus politisches Umfeld scharf und stellte es den in ganz Europa unterstützten Prinzipien gegenüber. Sie betonte, dass demokratische Entscheidungen allein der Öffentlichkeit zustünden.
„Ihr Verhalten ist geprägt von repressiven Gesetzen, der Verfolgung politischer Oppositionsführer, Vertreter der Zivilgesellschaft und Journalisten. Wir stehen für freie und faire Wahlen. Wahlen müssen in den Händen der Bürger bleiben“, sagte Hipper dem Kyiv Independent.
Dieser erbitterte Schlagabtausch unterstreicht das immense Vertrauensdefizit zwischen Moskau und den westlichen Hauptstädten. Da der Wahltag schnell näher rückt, zeigt der rhetorische Kampf um Legitimität keine Anzeichen einer Verlangsamung.