Die eigenen Informationen online zu finden, ist eine erschreckende Erfahrung.
In der modernen Welt geben wir unsere persönlichen Daten ständig preis.
Die meisten Menschen gehen davon aus, dass diese digitalen Tresore sicher verschlossen sind.
Doch eine brisante neue Sicherheitslücke beweist, wie fragil unsere Sicherheit tatsächlich ist.
Ein ausufernder Marktplatz
Der Cybersicherheitsexperte Brian Krebs hat diese Woche einen riesigen neuen digitalen Marktplatz aufgedeckt. Er stieß auf einen Identitätsdiebstahl-Dienst namens Nexus, der direkt im Darknet operiert.
Laut dem Irish Star wurde die illegale Plattform kürzlich in einem russischen Cyberkriminalitätsforum beworben. Das schiere Ausmaß der gestohlenen Informationen ist kaum zu fassen.
Nexus behauptet, über sage und schreibe 170 Millionen Ausweisdokumente zu verfügen. Dieser digitale Datenbestand soll allein 153 Millionen Führerscheine aus den Vereinigten Staaten und Kanada umfassen.
Die Datenbank enthält weit mehr als nur Fahrerlaubnisse. Krebs berichtete, dass Käufer dort auch zehn Millionen einfache Personalausweise, drei Millionen internationale Reisedokumente und etwa 579.000 Krankenversicherungskarten finden können.
Der Verkauf eines Kabinettsmitglieds
Die eigenen Informationen online zu finden, ist eine erschreckende Erfahrung. Die Situation eskaliert zu einer Frage der nationalen Sicherheit, wenn das Opfer einem Kabinett des Präsidenten angehört.
Unter den gestohlenen Dateien können Kriminelle eine gescannte Kopie von Pete Hegseths Führerschein zu einem überraschend niedrigen Preis erwerben. Krebs merkte an, dass das persönliche Dokument des Verteidigungsministers für lediglich 100 Dollar angeboten wurde.
Die Hacker prahlten stolz mit ihrer langjährigen Operation in dem russischen Forum. Sie teilten den Nutzern mit: „Wir exfiltrieren seit über einem Jahr kontinuierlich neue Daten in unsere private Datenbank.“
Um Käufer anzulocken, erklärten die Verkäufer, wie ihr Einkaufssystem funktioniert. Sie schrieben: „Datensätze können vor dem Kauf mit geschwärzten relevanten Informationen eingesehen werden. Kundenfotos werden angezeigt, sofern verfügbar.“
Die Suche nach dem Leck
Niemand weiß genau, wie die Kriminellen diesen massiven Datenraub durchgeführt haben. Krebs vermutet jedoch, dass die Hacker erfolgreich in IDScan.net eingedrungen sind, einen Anbieter für Identitätsprüfung mit Sitz in New Orleans.
Der Experte stellte fest, dass seine eigene Identifikation von diesem Datenleck betroffen war. Noch alarmierender ist, dass die Darknet-Seite offenbar gängige Zugangskarten anbietet, die von Regierungsmitarbeitern zum Betreten gesicherter Gebäude verwendet werden.
Hegseth hat sich bisher nicht öffentlich zu seinen gestohlenen Informationen geäußert. Der 46-jährige ehemalige Fox News-Kommentator und Militärveteran steht bereits unter intensiver politischer Beobachtung. Nun muss die Regierung dieses alarmierende digitale Leck bewältigen.
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums äußerte sich gegenüber TechCrunch zu dem Sicherheitsproblem. Er hielt seine Antwort kurz und bestätigte lediglich, dass die Behörde „diese Berichte kennt und sie derzeit evaluiert.“
Quellen: Irish Star, TechCrunch