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Putins Truppen fälschen Erfolge an der Front – mit fatalen Folgen für die eigenen Soldaten, warnen Experten

russian soldiers
Sergey Nikonov / Shutterstock.com

Falsche Gebietsansprüche behindern tatsächliche russische Fortschritte an der Frontlinie, anstatt diese zu fördern.

Militäroffiziere stehen oft unter starkem Druck, schnelle Fortschritte an der Front zu erzielen.

Im Krieg in der Ukraine haben russische Frontkommandeure die weit verbreitete Angewohnheit entwickelt, übermäßig optimistische Berichte an die höhere Führung in Moskau zu senden.

Pro-russische Militärblogger kritisieren diese irreführenden Meldungen regelmäßig und bezeichnen sie als „schöne Berichte“. Die Updates übertreiben territoriale Gewinne massiv, um langsame oder gescheiterte Vorstöße wie entscheidende militärische Siege aussehen zu lassen.

Doch diese fabrizierten Behauptungen schaffen erhebliche operative Gefahren für Kommandeure, die aktive Kampfhandlungen leiten.

Vor laufender Kamera

Das Institute for the Study of War (ISW) merkt an, dass Offiziere keine Artillerieangriffe auf Positionen anfordern können, wenn eine Einheit fälschlicherweise die Kontrolle über eine Stadt beansprucht. Benachbarte Einheiten planen dann gefährliche Manöver auf der Grundlage eines völlig fiktiven Bildes der Frontlinie.

Ein eklatantes Beispiel dieser Täuschung ereignete sich kürzlich in der Ostukraine. Der russische Präsident Wladimir Putin behauptete öffentlich in einer Rede, seine Streitkräfte hätten die Stadt Swjatohirsk in der Oblast Donezk erfolgreich eingenommen.

Ukrainische Streitkräfte zerschlugen diese Darstellung schnell. Am 7. September veröffentlichte Brigadegeneral Andrij Bilezkyj, Kommandeur des 3. ukrainischen Armeekorps, ein Video, das ihn ruhig stehend in Swjatohirsk zeigte.

Bilezkyj erklärte, dass ukrainische Truppen die Siedlung problemlos kontrollierten und den Ort als „Hinterland“ weit hinter den aktiven Kampfhandlungen betrachteten.

Berichten des Institute for the Study of War zufolge waren russische Streitkräfte Anfang dieses Jahres mindestens 13 Kilometer entfernt positioniert. Ukrainische Gegenoffensiven haben sie seither noch weiter zurückgedränkt.

Strategische Risiken

Selbst kremlnahe Kommentatoren räumten den demütigenden Fehler ein. Ein prominenter Militärblogger merkte an, dass pro-russische Quellen gefälschtes und manipuliertes Filmmaterial verbreiteten, um Putins falsche Behauptung zu stützen, bevor ukrainische Offiziere sie leicht widerlegen konnten.

Der Blogger warnte, dass das Ausbleiben von Bestrafungen für Militäroffiziere bei unehrlicher Berichterstattung letztendlich zu einer Katastrophe strategischen Ausmaßes führen werde.

Über die taktische Verwirrung hinaus befeuern diese falschen Angaben unrealistische Forderungen während Friedensgesprächen. Moskau fordert weiterhin, dass die Ukraine riesige Gebiete abtrete, die russische Truppen niemals tatsächlich besetzt oder kontrolliert haben.