Feuerwehrleute sind es gewohnt, Hitze, Rauch und einstürzenden Dächern zu begegnen. Doch hin und wieder kommt ein Notruf herein, der etwas völlig Unerwartetes in die Luft wirft. Als in der Nacht ein Brand in einem landwirtschaftlichen Dienstleistungsgebäude ausbrach, mussten die Einsatzkräfte bizarren fliegenden Trümmern ausweichen.
Die Behörden erhielten den Notruf früh am Morgen. Eine Viehzuchtanlage in Victoria, Australien, stand in Flammen, was einen Großeinsatz auslöste.
Die Einsatzkräfte arbeiteten sich durch die Dunkelheit, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Laut ABC benötigten zehn Feuerwehren mehr als zwei Stunden, um die Flammen zu löschen.
Das Gebäude überstand den Brand nicht. Ein Vertreter der Country Fire Authority (CFA) teilte Daily Mail Australia mit, dass das Inferno „das Gebäude vollständig zerstört“ habe.
Die eigentliche Gefahr ging jedoch von innen aus. Chris Loeschenkohl, Kommandant der CFA Gippsland, berichtete ABC, dass die Einsatzkräfte zurückweichen mussten, als sich in den Lagereinheiten Druck aufbaute.
Rückzug zur Sicherheit
„Die Flüssigkeit in den Zylindern dehnte sich rapide aus, und im Wesentlichen sprangen die Deckel der kryogenen Zylinder einfach ab, wobei Projektile aus dem Gebäude geschleudert wurden“, erklärte er gegenüber ABC.
Die Einsatzkräfte zogen sich zurück, um ihre eigene Sicherheit zu gewährleisten. Loeschenkohl erläuterte, dies sei entscheidend gewesen, da sich auf dem Nachbargrundstück Gastanks befanden. Er gab zu, dass der Umgang mit einer Klinik für künstliche Befruchtung eine Premiere für ihn gewesen sei.
Die Nachwirkungen offenbarten einen massiven finanziellen Schaden für die Gemeinschaft. Rund 100 kryogene Lagertanks gingen verloren. Aaron Thomas, stellvertretender Vorsitzender des Yarram Herd Services Committee, bezifferte die erheblichen Kosten:
„Die eigentlichen Zylinder sind zwischen 500 und 1.000 US-Dollar pro Einheit wert, aber das Sperma darin variiert im Preis.“ Er fügte hinzu, dass der Inhalt pro „Straw“ (Samenröhrchen) zwischen 5 und 95 US-Dollar koste.
Ein schwieriges Jahr
Die Einrichtung verlor bei dem Unglück auch wichtige Maschinen. Thomas betonte, dass die Zerstörung zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt komme, da die lokalen Betriebe kurz vor ihrer Zuchtsaison stünden.
Diese Katastrophe folgt auf eine harte Zeit für die Landwirte in Gippsland. ABC berichtete bereits Anfang des Jahres, dass eine schwere Dürre bis zu 70 Prozent der regulären Einnahmen vernichtet hatte.
Seit zwei Jahrzehnten hatte der Standort Yarram wesentliche landwirtschaftliche Unterstützung geleistet. Nun versuchen die Behörden, die genaue Ursache des verheerenden Brandes zu ermitteln.
Quellen: ABC, Daily Mail Australia