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Wissenschaftler untersuchen, ob winzige Schwarze Löcher den menschlichen Körper durchdringen könnten

Black Hole
Nazarii_Neshcherenskyi

Ein neues physikalisches Papier legt nahe, dass winzige „primordiale“ Schwarze Löcher theoretisch durch den menschlichen Körper hindurchgehen könnten — wobei größere ernsthaften Schaden verursachen würden — doch Wissenschaftler betonen, dass die Wahrscheinlichkeit einer solchen Begegnung praktisch bei null liegt.

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Ein neues wissenschaftliches Papier hat öffentliche Neugier — und ein wenig Unbehagen — ausgelöst, indem es nahelegt, dass winzige „primordiale“ Schwarze Löcher theoretisch ohne Vorwarnung durch einen Menschen hindurchgehen könnten.

Auch wenn die Idee wie aus einem Science-Fiction-Drehbuch klingt, betonen Physiker, dass dieses Szenario derart unwahrscheinlich ist, dass man deshalb keine schlaflosen Nächte haben müsse.

Die Diskussion dreht sich um exotische Objekte, die in den frühesten Sekundenbruchteilen nach dem Urknall entstanden sein sollen.

UNILAD berichtet, dass diese sogenannten primordialen Schwarzen Löcher (PBHs) sehr unterschiedliche Massen besitzen könnten — von solchen, die weit kleiner sind als eine Büroklammer, bis hin zu anderen, die Hunderttausende Male schwerer sind als die Sonne.

Trotz ihrer winzigen Größe könnten einige so dicht sein, dass sie katastrophalen Schaden anrichten würden, sollte eines jemals den Weg eines Menschen kreuzen.

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Oxford Languages definiert ein Schwarzes Loch als einen Raum, dessen Gravitation so stark ist, dass nichts — nicht einmal Licht — entkommen kann. PBHs würden demselben Prinzip folgen, wären aber im Gegensatz zu den supermassereichen Giganten in Galaxienzentren rein theoretisch und erheblich kleiner.

Schwere Verletzungen möglich

Physiker Robert Scherrer von der Vanderbilt University untersucht das Konzept in einem Beitrag im International Journal of Modern Physics D.

Er schreibt, dass ein PBH etwa von der Größe eines Asteroiden „schwere Verletzungen oder den Tod verursachen würde, wenn es durch Sie hindurchging“, und vergleicht die Wirkung damit, von einer Kugel getroffen zu werden.

Scherrer schlägt vor, dass die Gravitationskräfte, wenn ein solches Objekt durch Hirngewebe wanderte, „menschliche Gehirnzellen auseinanderziehen“ könnten — eine eindrückliche Illustration dafür, wie extrem die Gravitation selbst eines kleinen Schwarzen Lochs sein kann.

Kein Grund zur Panik

Doch die beunruhigenden Bilder kommen mit einem wichtigen Vorbehalt. PBHs bleiben hypothetisch, und selbst wenn sie existierten, wäre ihre Dichte im Universum so gering, dass eine Begegnung „praktisch niemals stattfinden wird“, sagte Scherrer gegenüber UNILAD.

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Er fügt hinzu, dass ein extrem kleines PBH durch eine Person hindurchgehen könnte, ohne dass diese es überhaupt bemerken würde. Bis heute gibt es keinen Hinweis darauf, dass jemals jemand durch ein solches Objekt getötet, verletzt oder auch nur gestreift wurde.

Kosmische Rätsel bleiben bestehen

Man nimmt an, dass primordiale Schwarze Löcher in den chaotischen ersten Momenten nach dem Urknall entstanden, als gewaltige Wolken früher Materie kollabierten. Sollten sie existieren, glauben Wissenschaftler, dass sie über die 13,8 Milliarden Jahre währende Geschichte des Universums hinweg langsam verdampft sein könnten — was ihre Entdeckung noch schwieriger macht.

Vorerst bleibt die Idee ein faszinierender, aber rein theoretischer Teil der Astrophysik. Wie UNILAD festhält, besteht keinerlei praktisches Risiko für Menschen.

Quellen: UNILAD; Oxford Languages; International Journal of Modern Physics D

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