Die Raumfahrtbehörde betonte, dass es sich nicht um eine Notfall-Evakuierung handelt und dass sich das betroffene Crewmitglied in stabilem Zustand befindet.
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Die NASA hat die vorzeitige Rückkehr der vierköpfigen Crew-11-Mission von der Internationalen Raumstation (ISS) angeordnet, nachdem bei einem der Astronauten ein medizinisches Problem festgestellt wurde.
Die Raumfahrtbehörde betonte, dass es sich nicht um eine Notfall-Evakuierung handelt und dass sich das betroffene Crewmitglied in stabilem Zustand befindet. Die Rückkehr werde vielmehr als Vorsichtsmaßnahme behandelt, ausgelöst durch die begrenzten medizinischen Diagnosemöglichkeiten in der Schwerelosigkeit und die Risikomanagement-Protokolle der NASA.
Eine Vorsichtsentscheidung, kein Notfall
NASA-Administrator Jared Isaacman erklärte, die Entscheidung sei nach Beratungen mit der Behördenleitung und medizinischen Fachkräften gefallen, darunter NASAs Chefarzt Dr. James Polk.
Nach 25 Jahren kontinuierlicher menschlicher Präsenz an Bord der ISS seien die Verfahren der NASA darauf ausgelegt, bei gesundheitlichen Unsicherheiten auf Nummer sicher zu gehen, sagte Isaacman.
Auch wenn der Zustand des Astronauten nicht als lebensbedrohlich eingeschätzt werde, habe NASA entschieden, dass offene diagnostische Fragen ausreichen, um die Mission zu verkürzen.
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Folgende Crew-11-Astronauten sollen nun zur Erde zurückkehren:
Zena Cardman (USA), Missionskommandantin
Mike Fincke (USA), Pilot
Kimiya Yui (JAXA, Japan), Missionsspezialist
Oleg Platonov (Roscosmos), Missionsspezialist
Sie werden die ISS in den kommenden Tagen an Bord der SpaceX-Kapsel Dragon Endeavour verlassen. NASA teilte mit, dass ein detaillierter Zeitplan für Abdocken und Wasserung in Kürze veröffentlicht werde.
Die Besatzung hat rund fünf Monate im Orbit verbracht und dabei den Stationsbetrieb unterstützt, wissenschaftliche Experimente durchgeführt und Wartungsarbeiten zur Vorbereitung künftiger Missionen erledigt.
Grenzen der Medizin im Orbit
Dr. Polk erklärte, dass zwar eine grundlegende medizinische Überwachung an Bord der ISS möglich sei, der Station jedoch die Mittel für umfassende Diagnosen fehlten.
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Diese Einschränkungen – und nicht eine plötzliche Verschlechterung des Gesundheitszustands – hätten letztlich den Ausschlag für die vorzeitige Rückkehr gegeben.
NASA betonte, dass solche Entscheidungen Teil der regulären Betriebsverfahren seien und weder für die Raumstation noch für andere Missionen ein Risiko darstellten.
Außenbordeinsatz abgesagt, nächste Crew wird überprüft
Die Entscheidung zur frühen Rückkehr fiel zeitgleich mit der Absage eines geplanten sechsstündigen Außenbordeinsatzes von Crew-11. Der Weltraumspaziergang, bei dem neue externe Ausrüstung an der ISS installiert werden sollte, wurde aus Sicherheitsgründen gestrichen.
NASA teilte mit, dass die nächste Mission, Crew-12, derzeit für einen Start Mitte Februar vorgesehen sei, der Zeitplan jedoch überprüft werde. Bis dahin wird der US-Astronaut Chris Williams an Bord bleiben, um die operative Kontinuität sicherzustellen.
Derzeit gibt NASA nur wenige Details bekannt – außer, dass sich etwas verändert hat und eine frühere Rückkehr als sicherster Schritt angesehen wurde.
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Quellen: NASA