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Iran macht die USA und Israel für landesweite proteste verantwortlich

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Irans Führung hat ihre erste öffentliche Reaktion auf die sich ausweitenden Unruhen abgegeben, während von wirtschaftlicher Not getragene Demonstrationen das ganze Land erfassen.

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Angesichts des wachsenden Drucks auf die Regierung haben die Behörden eine umfassende Kommunikationssperre verhängt und zugleich dem Ausland die Schuld zugeschoben.

Proteste weiten sich aus

Demonstrationen, die im vergangenen Monat in Teheran begannen, haben sich inzwischen auf alle 31 Provinzen Irans ausgeweitet, wie von Sky News zitierte Berichte zeigen.

Auslöser der Proteste war zunächst ein starker Wertverlust der Landeswährung Rial, die infolge langanhaltender Inflation einen Großteil ihres Wertes eingebüßt hat.

Zehntausende Menschen haben sich in Teheran und anderen Städten versammelt, während der Ärger über Lebenshaltungskosten und wirtschaftliches Missmanagement weiter zunahm.

Die Unruhen werden als die schwerwiegendste Herausforderung für die iranische Führung seit mehreren Jahren beschrieben.

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Offizielles Schweigen gebrochen

Das Staatsfernsehen räumte die Proteste kurz in einem knappen Beitrag ein, der in einer Morgennachrichtensendung versteckt war – die erste offizielle Anerkennung der Unruhen.

In dem Bericht hieß es, „private Autos, Motorräder, öffentliche Orte wie die Metro, Feuerwehrfahrzeuge und Busse“ seien in Brand gesetzt worden, zudem habe es Opfer gegeben.

Staatliche Medien machten „terroristische Agenten“ mit Verbindungen zu den Vereinigten Staaten und Israel für die Demonstrationen verantwortlich.

Internet-Blackout

Die iranischen Behörden verhängten laut der Internetbeobachtungsgruppe NetBlocks am späten Donnerstag eine landesweite Internetsperre, die bis Freitag andauerte.

Der Blackout beeinträchtigte auch internationale Telefonverbindungen. Holly Dagras, Senior Fellow am Washington Institute, sagte, das Internet sei abgeschaltet worden, „um zu verhindern, dass die Welt die Proteste sieht“.

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„Leider bot dies wahrscheinlich auch den Sicherheitskräften Deckung, um Demonstranten zu töten“, fügte sie hinzu.

Aufruf aus dem Exil

Großdemonstrationen folgten auf einen Aufruf des im Exil lebenden iranischen Kronprinzen Reza Pahlavi zu Massenprotesten.

„Großes Volk des Iran, die Augen der Welt sind auf euch gerichtet“, sagte er in einer Erklärung.
„Geht auf die Straßen und erhebt als geschlossene Front eure Forderungen.“

Nach den Protesten am Donnerstag erklärte er: „Die Iraner haben heute Abend ihre Freiheit eingefordert. Als Antwort darauf hat das Regime im Iran alle Kommunikationslinien gekappt.“

Steigende Opferzahlen

Die in den USA ansässige Human Rights Activist News Agency erklärte, mindestens 34 Demonstranten und vier Sicherheitskräfte seien getötet worden, zudem habe es rund 2.200 Festnahmen gegeben.

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Sky News teilte mit, sein Daten- und Forensikteam habe Protestaufnahmen aus 19 Provinzen verifiziert, während Demonstrationen an mehr als 280 Orten gemeldet worden seien.

Der Zusammenbruch des Rials ist drastisch. Zum Zeitpunkt des iranischen Atomabkommens von 2015 lag der Wechselkurs bei 32.000 Rial pro US-Dollar. In dieser Woche fiel er auf 1,46 Millionen Rial – ein Rekordtief.

Quellen: Sky News