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Bürgermeister von Minneapolis wirft ICE vor, nach schusswaffenvorfall unruhen zu provozieren

Minneapolis Police
MUNSHOTS / Shutterstock.com

Die Führung von Minneapolis erklärte, die Stadt setze nach der tödlichen Erschießung einer Frau durch einen Bundesbeamten der Einwanderungsbehörde auf öffentliche Sicherheit und Zusammenhalt. Der Vorfall hat die Spannungen zwischen dem Rathaus und Washington verschärft.

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Bürgermeister Jacob Frey sagte, die Reaktion der Einwohner sei besonnen ausgefallen, auch wenn sich die nationale Aufmerksamkeit auf die Rolle der Bundesbehörden richte.

Tödlicher Vorfall

Die Erschießung der 37-jährigen Renee Good ereignete sich am Mittwoch in einem Wohnviertel von Minneapolis. Es kam zu Protesten, doch städtische Vertreter erklärten, es habe keine Wiederholung der weitreichenden Unruhen gegeben, wie sie nach der Tötung von George Floyd im Jahr 2020 zu beobachten waren.

Frey sagte, seine unmittelbare Sorge habe dem Schutz der Bevölkerung gegolten und der Verhinderung weiteren Schadens. „Meine oberste Priorität war es, die Menschen in Minneapolis zu schützen“, sagte er laut CBS News.

Haltung der Bundesregierung

In einem Interview mit CBS News erklärte der Grenzbeauftragte des Weißen Hauses, Tom Homan, ICE-Agenten sollten Zugang zu lokalen Gefängnissen und Haftanstalten erhalten, um nicht dokumentierte Migranten festzuhalten. Dies würde seiner Ansicht nach die Sicherheit verbessern.

Frey wies diesen Ansatz zurück und erklärte, die Stadtführung habe keine Kontrolle über die Gefängnisse, die in die Zuständigkeit des County-Sheriffs fielen.

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Zudem bestehe ein tiefes Misstrauen zwischen Bundesbehörden und lokalen Gemeinschaften.

Die Trump-Regierung hat im Rahmen eines verschärften Vorgehens in der Einwanderungspolitik sowie als Reaktion auf einen Betrugsskandal im Bundesstaat rund 2.000 Bundes-Einwanderungsbeamte in die Twin Cities entsandt.

Widersprüchliche Darstellungen

Das Weiße Haus erklärte, der ICE-Beamte habe in Notwehr gehandelt. Heimatschutzministerin Kristi Noem bezeichnete die Ereignisse, die zur Schießerei führten, als einen „Akt des inländischen Terrorismus“.

Lokale Behörden widersprechen dieser Darstellung entschieden. Aussagen von Zeugen und Videoaufnahmen, auf die sich Frey und Minnesotas Gouverneur Tim Walz berufen, scheinen der Version der Bundesbehörden zu widersprechen.

„Inländischer Terrorismus? Das ist doch lächerlich, diese Frau versuchte zu gehen“, sagte Frey.

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Warnung des Bürgermeisters

Frey warf der ICE vor, gezielt Unruhen zu provozieren. „Wir wissen, dass die zugrunde liegende Absicht der ICE nicht Sicherheit ist, nicht die Verringerung von Kriminalität, sondern Chaos und Störungen in unserer Stadt zu verursachen“, sagte er dem Moderator der CBS Evening News, Tony Dokoupil.

„Was ich an der aktuellen Situation schätze, ist, dass wir in Minneapolis alle im Einklang sprechen“, sagte Frey. „Erstens stehen wir zu unserer Einwanderergemeinschaft. Zweitens sorgen wir für Sicherheit. Und drittens lassen wir uns nicht provozieren.“

Er fügte hinzu: „Offenkundig wollen sie zusätzliche militärische Ressourcen einsetzen, und darauf lassen wir uns nicht ein.“

Auf einer früheren Pressekonferenz forderte Frey die ICE auf, „zum Teufel aus Minneapolis zu verschwinden“, und erklärte, das Vertrauen in die Bundesregierung sei erodiert.

Quellen: CBS News

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