Startseite Politik Wadephul in Island: Deutschland offen für mehr Engagement im Norden

Wadephul in Island: Deutschland offen für mehr Engagement im Norden

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Im hohen Norden verdichten sich geopolitische Spannungen. Während Großmächte ihre Interessen neu vermessen, steht Europa vor der Frage, ob es geschlossen handeln kann. Deutschlands jüngste Signale werden dabei genau beobachtet.

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Grönland ist zu einem Symbol strategischer Rivalität geworden. US-Präsident Donald Trump hat erneut erklärt, die Insel übernehmen zu wollen. Europäische Regierungen wiesen dies zurück und betonten, dass allein Grönland und Dänemark über Souveränitätsfragen entscheiden dürften.

Deutschland schloss sich einer gemeinsamen Erklärung mehrerer europäischer Staaten an. Über die Positionierung Berlins und seiner Partner berichtete unter anderem WELT.

Bündnis unter Druck

Nach Einschätzung von Außenminister Johann Wadephul haben die russischen Ambitionen in der Arktis deutlich zugenommen, während sich auch China stärker engagiere, wie WELT berichtet. Die Bundesregierung sieht deshalb die Nato als zentralen Rahmen für Stabilität in der Region.

Außenminister Johann Wadephul sprach von unterschiedlichen Auffassungen zwischen Europa und den USA. Diese müssten politisch aufgearbeitet werden, um ein gemeinsames Vorgehen zu ermöglichen, sagte er laut WELT.

Signal aus Reykjavik

Vor den heutigen Gesprächen mit US-Außenminister Marco Rubio legte Wadephul einen Zwischenstopp in Island ein, wie WELT berichtet. In Reykjavik traf er am Sonntag Außenministerin Thorgerdur Katrín Gunnarsdóttir.

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Island gilt wegen seiner Lage zwischen Grönland und Europa als strategischer Knotenpunkt im Nordatlantik.

Anlässlich seines Besuchs in Reykjavik betonte Wadephul, Deutschland sei bereit, innerhalb der Nato mehr Verantwortung zu übernehmen, und verwies auf die sicherheitspolitische Bedeutung der Region, wie WELT berichtet.

Konkrete Beiträge

Bereits zuvor hatten Deutschland und Island eine Absichtserklärung zur engeren militärischen Zusammenarbeit unterzeichnet. Sie umfasst Luft- und Seeraumüberwachung, maritime Logistik, Cyberabwehr und den Schutz kritischer Infrastruktur, wie WELT berichtet.

Verteidigungsminister Boris Pistorius stellte in Aussicht, die deutsche Präsenz auszubauen. Geplant ist unter anderem der Einsatz neuer Seefernaufklärer vom Typ P-8A Poseidon.

Erwartungen der Partner

Für Island, das als einziges Nato-Mitglied über keine eigenen Streitkräfte verfügt, hat die Debatte besondere Bedeutung. Das Land ist auf die Unterstützung und Präsenz von Bündnispartnern angewiesen und setzt dabei auf verlässliche Kooperation innerhalb der Nato.

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Ein Scheitern europäischer Geschlossenheit würde Island besonders treffen. Zugleich könnte es den Eindruck verstärken, dass Europa sicherheitspolitisch abhängig bleibt. Ob Berlin diese Erwartungen dauerhaft erfüllen kann, wird sich daran messen lassen, ob den diplomatischen Signalen auch langfristige Zusagen folgen.

Quelle: Welt