Schon zu Beginn des Jahres fassen viele Menschen den Vorsatz, aktiver zu leben.
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Eine neue Studie aus Großbritannien deutet darauf hin, dass dafür möglicherweise bereits wenige Minuten intensiver Bewegung ausreichen könnten – zumindest, um Prozesse zu beeinflussen, die mit Krebs in Verbindung stehen.
Was die Studie zeigen wollte
Ein Forschungsteam der Newcastle University untersuchte, ob kurze, intensive körperliche Aktivität messbare Veränderungen im Körper auslöst.
Im Fokus standen dabei molekulare Signale im Blut, die das Verhalten von Krebszellen beeinflussen könnten.
So lief das Experiment ab
An der Untersuchung nahmen 30 übergewichtige oder adipöse, aber ansonsten gesunde Erwachsene im Alter zwischen 50 und 78 Jahren teil.
Die Probanden absolvierten morgens nüchtern eine kurze Trainingseinheit auf einem Heimtrainer.
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Nach einer dreiminütigen Aufwärmphase folgten zehn Minuten intensives Radfahren. Vor und direkt nach dem Training entnahmen die Forscher Blutproben.
Veränderungen auf molekularer Ebene
Im Blutserum analysierten die Wissenschaftler 249 verschiedene Proteine. Nach der Belastung stieg die Konzentration von 13 dieser Proteine an, darunter Interleukin-6, das eine Rolle bei der Reparatur geschädigter DNA spielt.
Im Labor wurde das Blutserum anschließend auf Darmkrebszellen angewendet. Dabei zeigte sich, dass sich die Aktivität von mehr als 1.300 Genen veränderte – unter anderem solcher, die am Zellwachstum, am Energiestoffwechsel und an der DNA-Reparatur beteiligt sind.
Studienleiter Dr. Sam Orange erklärte dazu:
„Bemerkenswert ist, dass Bewegung nicht nur gesundes Gewebe stärkt, sondern über den Blutkreislauf auch starke Signale sendet, die Tausende Gene in Krebszellen beeinflussen können.“
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Was die Ergebnisse bedeuten – und was nicht
Die Forscher betonen, dass es sich um Laborergebnisse handelt. Die Studie war klein und untersuchte nur die Wirkung einer einzelnen Trainingseinheit.
Ob sich diese Effekte direkt auf Krebspatienten übertragen lassen, ist offen.
Dennoch liefert die Arbeit neue Hinweise darauf, wie selbst kurze Bewegungseinheiten biologische Prozesse im Körper anstoßen können.
Quelle: Newcastle University, FITBOOK