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Trump sagt, die USA sollten eine Rolle beim Führungswechsel im Iran haben: Lehnen Khameneis Sohn ab

Trump sagt, die USA sollten eine Rolle beim Führungswechsel im Iran haben: Lehnen Khameneis Sohn ab
Lucas Parker / Shutterstock + Screendump

Die Frage, wer den Iran als Nächstes führen wird, zieht zunehmend Aufmerksamkeit über die Landesgrenzen hinaus auf sich. Der mögliche Übergang könnte die regionale Politik und die künftigen Beziehungen zum Westen neu gestalten.

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Der undurchsichtige Nachfolgeprozess im Iran trifft nun auf eine ungewöhnlich direkte Forderung aus Washington: Präsident Donald Trump sagt, die USA sollten mitbestimmen, wer nach dem Tod von Ajatollah Ali Khamenei der nächste oberste Führer in Teheran wird.

In separaten Interviews, über die Axios und Politico berichteten, argumentierte Trump, dass eine Einflussnahme notwendig sei, um eine Rückkehr zum Krieg zu verhindern und sicherzustellen, dass der Iran die Politik, die er mit Khameneis Herrschaft verbindet, nicht fortsetzt.

Die Äußerungen fallen in eine Phase, in der iranische Offizielle die formelle Bekanntgabe des nächsten Führers hinauszögern, während die USA eine umfangreiche Militärkampagne fortsetzen, deren erklärte Ziele laut amerikanischen Beamten darauf ausgerichtet sind, Irans Fähigkeiten zu schwächen, statt einen direkten Regimewechsel anzustreben.

Ein Nachfolgesystem, das auf Kontrolle ausgelegt ist

Der Iran wählt seinen obersten Führer nicht durch eine Volksabstimmung. Die Auswahl wird traditionell vom Expertenrat getroffen, einem religiösen Gremium, das befugt ist, die höchste Autorität des Landes zu ernennen – und theoretisch auch abzusetzen.

In der Praxis wird der Prozess stark gesteuert: Die Überprüfung der Kandidaten, interne Verhandlungen zwischen Elitefraktionen und Druck von Sicherheitsinstitutionen prägen das Ergebnis lange bevor eine öffentliche Entscheidung bekannt gegeben wird.

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Deshalb hat die aktuelle Verzögerung bei der Benennung eines Nachfolgers Aufmerksamkeit erregt. Eine Verzögerung kann auf interne Meinungsverschiedenheiten hinweisen, auf Versuche, einen Konsens zwischen verschiedenen Machtzentren zu sichern, oder auf die Sorge, dass eine überstürzte Ernennung das Regime in einem fragilen Moment destabilisieren könnte.

Trumps Forderung, „beteiligt zu sein“

Axios berichtet, Trump habe dem Medium gesagt, er „müsse an der Ernennung beteiligt sein“, und verglich die iranische Nachfolge mit seinem Eingreifen in Venezuela.

Er lehnte auch den meistdiskutierten möglichen Nachfolger ab: Mojtaba Khamenei, den 56-jährigen Sohn des verstorbenen Führers. Trump bezeichnete ihn als „inakzeptabel“ und sagte, die USA wollten „jemanden, der Harmonie und Frieden in den Iran bringen wird“.

Politico berichtete in einer separaten Darstellung von Trumps Äußerungen, der Präsident habe den amerikanischen Einfluss in eher transaktionalen Begriffen beschrieben – und angedeutet, dass der Einfluss der USA davon abhängen würde, ob der Iran eine Einigung erreichen kann, die künftige Konflikte verhindert.

In dieser Darstellung wird die Nachfolge Teil einer umfassenderen Verhandlung: Die Führung in Teheran sollte, so deutet Trump an, mit einer Nachkriegsordnung vereinbar sein, die eine Rückkehr zu Kämpfen verhindert und Irans nukleare Ambitionen begrenzt.

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Warum Mojtaba Khamenei so sensibel ist

Mojtaba Khamenei wird häufig als Hardliner mit engen Verbindungen zu den Islamischen Revolutionsgarden dargestellt, hat jedoch nie ein öffentliches Amt bekleidet – ein ungewöhnliches Profil für jemanden, der die höchste Position des Systems übernehmen könnte.

Sein möglicher Aufstieg ist unter anderem deshalb umstritten, weil er wie eine dynastische Nachfolge wirken könnte und damit die revolutionäre Legitimität der Republik untergraben würde.

Trumps Kommentare verlagern die Kontroverse jedoch in eine andere Arena: nicht nur, wen der Iran auswählt, sondern auch, ob eine äußere Macht Anspruch auf einen Platz am Tisch erhebt.

Diese Behauptung könnte den iranischen Widerstand verschärfen, mögliche interne Kompromisse erschweren und die Grenze zwischen militärischen Zielen und dem politischen Endziel weiter verwischen.

Quellen: Axios; Politico

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