Startseite Viral „365 buttons“: Ein privater Gedanke erobert das Netz

„365 buttons“: Ein privater Gedanke erobert das Netz

TikTok
JarTee / Shutterstock

Zu Jahresbeginn entstehen im Netz oft neue Schlagworte, die mehr Gefühl als Erklärung transportieren. Anfang 2026 ist es eine scheinbar harmlose Wortkombination, die überall auftaucht. „365 buttons“ ist plötzlich Meme, Motto und Projektionsfläche zugleich.

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Der Ausdruck kursiert vor allem auf TikTok, doch seine Bedeutung bleibt bewusst vage. Genau darin liegt offenbar sein Reiz.

Ein Meme zuerst

Noch bevor viele wussten, woher der Begriff stammt, nutzten Nutzer:innen ihn bereits als Haltung. „365 buttons“ („365 Knöpfe“) steht inzwischen für Eigenständigkeit und dafür, sich nicht ständig erklären zu müssen.

Wie Euronews berichtet, erklärten größere Accounts den Ausdruck rasch zum Symbol für das neue Jahr. Auf X bezeichnete Tumblr 2026 als das „year of 365 buttons“. Auch Marken und Institutionen griffen die Formulierung spielerisch auf.

Der Satz wurde damit vom persönlichen Gedanken zum kollektiven Code.

Der Ursprung danach

Erst später rückte die Entstehungsgeschichte stärker in den Fokus. Laut Euronews geht der Trend auf eine TikTok-Nutzerin namens Tamara (@flylikeadove) zurück, die einen Neujahrsvorsatz teilte.

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In ihrem ursprünglichen Video sagte sie: „Ich besorge mir 365 Knöpfe, einen für jeden Tag, weil ich mehr Dinge machen will und Angst vor der Zeit habe – also möchte ich mir ihres Vergehens bewusster sein.“.

Die Idee: Jeder Knopf steht für einen Tag des Jahres, als greifbare Erinnerung an die vergehende Zeit. Die Erklärung blieb jedoch abstrakt.

Missverständnisse und Abgrenzung

In den Kommentaren fragten viele Nutzer:innen nach Details. Was genau passiert mit den Knöpfen? Wie werden sie genutzt? Tamara antwortete zunächst knapp, später zunehmend bestimmt.

Schließlich stellte sie klar, dass das Projekt keinen allgemeinen Sinn erfüllen müsse. Ihr Satz „Ich habe nicht das Bedürfnis, es irgendjemandem sonst zu erklären.“ wurde zum meistzitierten Teil der Geschichte.

Dieser Moment, so Euronews, markierte den Übergang vom Selbsthilfe-Gedanken zum Meme.

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Warum es funktioniert

„365 buttons“ passt in eine längere Reihe von TikTok-Trends, die absichtlich offen bleiben. Ähnlich wie frühere Schlagworte lebt der Ausdruck davon, dass jeder ihn anders lesen kann.

Im Kontext von Selbstoptimierung, Zeitdruck und digitaler Dauererklärung trifft der Satz einen Nerv. Er bietet keine Anleitung, sondern eine Abwehrhaltung.

Gerade deshalb wurde aus einer privaten Idee ein öffentliches Motto.

Quelle: Euronews

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