Startseite Gesundheit Neue Studie: Schon wenig Bewegung senkt das Sterberisiko

Neue Studie: Schon wenig Bewegung senkt das Sterberisiko

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Teo Brave / Shutterstock.com

Der Januar ist angebrochen, und mit ihm der Alltag. Viele gute Vorsätze verlieren an Schwung, noch bevor der Winter vorbei ist.

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Neue Forschung aus Norwegen deutet jedoch darauf hin, dass bereits kleine Veränderungen im Tagesablauf ausreichen können, um die Gesundheit spürbar zu verbessern – nicht nur individuell, sondern für die Gesellschaft insgesamt.

Neue Forschungsdaten

Grundlage ist eine groß angelegte Analyse mit mehr als 40.000 Erwachsenen aus Norwegen, Schweden und den USA. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal The Lancet veröffentlicht, wie der norwegische Rundfunk NRK berichtet.

Die Forschenden untersuchten, wie sich unterschiedliche Bewegungsmuster auf die Sterblichkeit auswirken. Im Fokus stand nicht die Lebensverlängerung einzelner Personen, sondern die Frage, was passiert, wenn sich eine Bevölkerung insgesamt etwas mehr bewegt.

Nach Angaben der Autoren zeigen die Daten, dass vor allem sehr inaktive Menschen gesundheitlich stark profitieren, wenn sie ihren Bewegungsumfang erhöhen.

Wirkung im Alltag

Viele der am wenigsten aktiven Menschen verbringen mehr als zwölf Stunden täglich im Sitzen. Schon eine Reduktion dieser Zeit könne messbare Effekte haben, erklärte Studienautor Ulf Ekelund von der Norwegischen Sporthochschule gegenüber NRK.

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Er machte deutlich, dass es nicht um Sportprogramme gehe. Auch alltägliche Aktivitäten zählen – etwa Gehen statt Stehen oder kurze Wege zu Fuß zurückzulegen. Bewegung müsse nicht anstrengend sein, um einen Nutzen zu haben.

Messbare Effekte

Die Forschenden nutzten Bewegungssensoren, um Aktivität objektiv zu erfassen. Auf dieser Basis berechneten sie, wie sich kleine Änderungen auswirken.

Laut der Analyse könnten bereits fünf zusätzliche Minuten Bewegung mit moderater bis höherer Intensität pro Tag zwischen sechs und zehn Prozent der Todesfälle innerhalb eines Jahres verhindern. Auch 30 Minuten weniger Sitzen pro Tag zeigten einen positiven Effekt.

Die Autoren betonen, dass es sich um statistische Effekte auf Bevölkerungsebene handelt, nicht um individuelle Trainingsempfehlungen.

Bedeutung für Politik

Solche Ergebnisse seien besonders für die öffentliche Gesundheit relevant, berichten die Forschenden. Wenn viele Menschen kleine Änderungen vornehmen, könnten langfristig Krankheitslast und Gesundheitskosten sinken.

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Ekelund erklärte laut NRK, dass die empfohlenen 20 bis 25 Minuten täglicher Aktivität weiterhin sinnvoll seien. Die Studie zeige jedoch, dass auch deutlich darunter bereits relevante Effekte auftreten.

Grenzen des Nutzens

Bei sehr aktiven Menschen flacht der zusätzliche gesundheitliche Nutzen ab. Wer bereits wenig sitzt oder viel trainiert, sollte zwar aktiv bleiben, senkt sein Risiko durch noch mehr Bewegung aber kaum weiter.

Für die breite Bevölkerung liege das größte Potenzial daher bei kleinen, realistischen Schritten im Alltag.

Quelle: NRK

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