Ein militärischer Besuch in Grönland endete an diesem Wochenende früher als erwartet.
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Ein kleines deutsches Kontingent reiste plötzlich ab, ohne vorherige Ankündigung.
Erst nachdem die Soldaten das Gebiet verlassen hatten, lieferte Berlin eine öffentliche Erklärung.
Diese Darstellung hat jedoch wenig dazu beigetragen, Spekulationen über die tatsächlichen Gründe des Abzugs zu zerstreuen.
Plötzlicher Abzug
Eine 15-köpfige deutsche Aufklärungseinheit verließ Grönland am Sonntag nach einem kurzen Aufenthalt in dem arktischen Gebiet.
Der Abzug erfolgte ohne Vorwarnung oder öffentliche Erklärung zum Zeitpunkt der Abreise.
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Nach Berichten von Nv.ua unter Berufung auf die deutsche Boulevardzeitung Bild erhielten die Soldaten am frühen Morgen des 18. Januar aus Berlin den Befehl zur Rückkehr.
Alle geplanten Aktivitäten wurden umgehend abgesagt.
Der Rückflug war für die Mittagszeit angesetzt, sodass die Einheit insgesamt rund 44 Stunden in Grönland verbrachte.
Schlechtes Wetter als Begründung
Das deutsche Verteidigungsministerium erklärte später, schlechte Wetterbedingungen hätten den vorzeitigen Abzug erzwungen.
Die Mission sei ursprünglich für den Zeitraum vom 15. bis 17. Januar geplant gewesen, mit der Option einer Verlängerung bis zum 18. Januar.
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Diese Verlängerung sei wegen ungünstiger Wetterverhältnisse gestrichen worden, teilte das Ministerium mit.
Ein Oberstleutnant der Bundeswehr ergänzte, dass die Aktivitäten in Nuuk in enger Zusammenarbeit mit dänischen Streitkräften durchgeführt worden seien.
Frühere Berichte hatten nahegelegt, dass der Aufenthalt länger dauern sollte, was das abrupte Ende des Besuchs umso auffälliger machte.
Politischer Zeitpunkt
Die Erklärung stößt auch wegen ihres zeitlichen Zusammenhangs auf Skepsis.
Der Abzug fiel mit neuen Spannungen rund um den politischen Status Grönlands zusammen.
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Am 17. Januar kündigte US-Präsident Donald Trump an, Zölle gegen Länder zu verhängen, die sich seinen Plänen zu Grönland widersetzen und die dänische Souveränität unterstützen, darunter Deutschland und mehrere andere europäische Staaten.
Trump erklärte, „die Vereinigten Staaten hätten Dänemark und andere europäische Länder jahrelang subventioniert, ohne Zölle zu erheben, und nun müsse Dänemark dies zurückzahlen, indem es die Kontrolle über Grönland an die Vereinigten Staaten abtrete“.
EU-Ratspräsident António Costa sagte, die Institutionen der Europäischen Union koordinierten eine gemeinsame Antwort auf Trumps Äußerungen.
Ein außerordentliches Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs wird in naher Zukunft erwartet.
Quellen: Nv.ua, Bild, LA.lv