Ein Haufen bunter Bausteine kann Erinnerungen wecken – oder blanke Verzweiflung. Wer jahrelang gesammelt hat, steht oft vor der Frage, wie sich das Chaos wieder ordnen lässt. Ein junges Start-up aus der Schweiz hat dafür eine ungewöhnliche technische Lösung gefunden.
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Wie SRF berichtet, richtet sich das Angebot an private Lego-Besitzer, die ihre Bestände systematisch ordnen lassen wollen. Die Entwickler haben dafür eine großformatige Sortiermaschine gebaut, die gemischte Steine automatisch kategorisiert.
Das System ist nicht als Spielzeug gedacht, sondern als Dienstleistung. Kunden geben ihre ungeordneten Teile ab und erhalten sie sortiert zurück, etwa nach Form, Größe oder Themenbereich.
Damit reagieren die Gründer auf eine Nachfrage, die ihnen schon früh aufgefallen ist. Viele Menschen besitzen umfangreiche Lego-Sammlungen, haben aber weder Zeit noch Lust, diese per Hand zu sortieren.
Technik im Kern
Kernstück der Anlage ist ein Förderband, auf dem jedes einzelne Teil erfasst wird. Wie SRF berichtet, scannen mehrere Kameras die Bausteine aus verschiedenen Winkeln, während eine Software sie erkennt und zuordnet.
Mechanische Vorrichtungen leiten die Teile anschließend in nummerierte Holzbehälter. Insgesamt gibt es rund 50 Kategorien, darunter klassische Bausteine oder Minifiguren. Auch eine Sortierung nach kompletten Sets ist möglich.
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Fehler lassen sich nicht vollständig vermeiden. Deshalb wird das Ergebnis nach dem maschinellen Durchlauf überprüft und gegebenenfalls korrigiert.
Ursprung der Idee
Entstanden ist das Projekt nicht im Labor, sondern im privaten Umfeld. Die Brüder Paul und Carl Fragman entwickelten die Grundidee gemeinsam mit ihrem Schulfreund Yanick Solomir. Alle drei kannten sich aus dem Gymnasium.
Ursprünglich sortierten sie Lego von Hand, um ihr Einkommen aufzubessern. Gespräche mit Freunden zeigten ihnen jedoch, dass der Bedarf größer war als gedacht. „Als wir anderen davon erzählten, hörten wir oft: ,Ah, ich habe auch noch viel Lego im Keller!’“, sagt Solomir gegenüber SRF.
Lange Entwicklung
Der Weg zur funktionierenden Maschine war mühsam. „In den ersten zwei Jahren funktionierte die Maschine überhaupt nicht“, berichtet Solomir. Teile blieben stecken, Bauteile gingen kaputt, der Dauerbetrieb war unmöglich.
Heute kann das System nach Angaben des Teams bis zu 90.000 verschiedene Teile unterscheiden. Unterstützt werden die Gründer inzwischen von weiteren Teammitgliedern, darunter ein Spezialist für Prozessoptimierung.
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Blick nach vorn
Das Start-up firmiert unter dem Namen Brickmachine und denkt bereits über Expansion nach. Geplant sind zusätzliche Anlagen und neue Märkte.
„Wir wollen den Service auch in Deutschland anbieten können, wo noch viel mehr Leute Lego sammeln. Vielleicht auch in den USA“, sagt Yanick Solomir gegenüber SRF.
Das Projekt der drei jungen Entwickler zeigt ein Beispiel dafür, wie aus einem alltäglichen Problem ein technisches Geschäftsmodell entstehen kann. Ob sich die Idee international durchsetzt, bleibt offen – klar ist jedoch, dass Ordnung im Legochaos längst kein reines Hobbythema mehr ist.
Quelle: SRF