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Russland verspottet Großbritannien und fordert, das Wort „Great“ aus dem Namen zu streichen

Sergej Lavrov
A.PAES / Shutterstock.com

Moskau hat erneut eine scharf formulierte Bemerkung in Richtung London abgegeben.

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Die Kommentare fielen im Rahmen einer breiteren Diskussion über Kolonialismus und aktuelle geopolitische Spannungen.

Sie haben die ohnehin angespannte Atmosphäre zwischen Russland und dem Vereinigten Königreich weiter verschärft.

Spitze Bemerkung

Der russische Außenminister Sergej Lawrow schlug am Montag vor, Großbritannien solle das Wort „Great“ aus seinem Namen entfernen, da es sich um eine ungewöhnliche Selbstbezeichnung handele.

Auf einer Pressekonferenz in Moskau sagte er:

„Ich denke, Großbritannien sollte einfach Großbritannien heißen, denn ‚Great Britain‘ ist das einzige Beispiel für ein Land, das sich selbst ‚Great‘ nennt.“

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Lawrow zog anschließend einen pointierten Vergleich mit Libyen unter Muammar al-Gaddafi, dessen Staat offiziell als „Große Sozialistische Libysch-Arabische Volks-Dschamahirija“ bekannt war. „Aber das existiert nicht mehr“, fügte er hinzu.

Nach diesen Bemerkungen sagte Lawrow „No offence“, als er eine Frage des Sky-News-Korrespondenten Ivor Bennett entgegennahm.

Name und Geschichte

Im Russischen wird das Vereinigte Königreich üblicherweise als „Weliko­britanija“ bezeichnet, eine wörtliche Übersetzung von „Great Britain“, wobei „weliko“ groß oder bedeutend bedeutet.

International wird „Great Britain“ häufig informell verwendet, während der offizielle Staatsname Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland lautet.

Historisch diente der Begriff „Great Britain“ eher der geografischen Unterscheidung als der Selbstbeweihräucherung.

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Die Bezeichnung geht auf das zweite Jahrhundert nach Christus zurück, als der griechisch-römische Geograf Ptolemäus den Ausdruck „megale Brettania“ verwendete, um die Insel von „mikra Brettania“, dem heutigen Gebiet der Bretagne in Frankreich, abzugrenzen.

Debatte um Grönland

Lawrows Kommentare fielen während einer Diskussion über Kolonialismus, die durch Entwicklungen rund um Grönland ausgelöst wurde.

Er argumentierte, die arktische Insel sei kein „natürlicher Teil“ Dänemarks.

„Im Prinzip ist Grönland kein natürlicher Teil Dänemarks, oder?“ sagte Lawrow. „Es war weder ein natürlicher Teil Norwegens noch ein natürlicher Teil Dänemarks. Es ist eine koloniale Eroberung.“

Seine Äußerungen erfolgten vor dem Hintergrund von Protesten in Grönland gegen Drohungen von US-Präsident Donald Trump, Zölle gegen europäische Länder zu verhängen, falls Dänemark dem Verkauf des Gebiets nicht zustimme.

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Weitere Vorwürfe

Lawrow wies Trumps Behauptung zurück, Russland strebe die Kontrolle über Grönland an. Zudem warf er europäischen Staats- und Regierungschefs vor, sich auf einen Konflikt mit Moskau vorzubereiten.

„Wenn man die Erklärungen europäischer Politiker und Führungspersönlichkeiten liest, bereiten sie sich ernsthaft auf einen Krieg gegen die Russische Föderation vor“, wurde er von der staatlichen Nachrichtenagentur TASS zitiert.

Er fügte hinzu, Russland sehe die „Grundursachen“ des Ukraine-Krieges in dem, was er als langjährige westliche Bemühungen bezeichnete, die Ukraine in eine Sicherheitsbedrohung an Russlands Grenzen zu verwandeln.