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„Einige wurden zu schnell reich“: Top-Investor warnt vor bald platzender KI-Blase

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Der erfahrene Investor Bill Gurley warnt, dass der KI-Boom klassische Anzeichen einer Blase zeigt, getrieben von massiven Investitionen und schnellen Vermögenszuwächsen. Er hält eine Marktkorrektur für wahrscheinlich, da Unternehmen Schwierigkeiten haben könnten, das aktuelle Investitionsniveau aufrechtzuerhalten.

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Einer der angesehensten Investoren im Silicon Valley sagt, dass der KI-Boom auf eine scharfe Korrektur zusteuern könnte — und möglicherweise schon bald.

Benchmark-Partner Bill Gurley ist der Ansicht, dass der massive Anstieg von Vermögen und Ausgaben im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz klassische Anzeichen einer Blase zeigt, und warnt, dass eine Anpassung in der Branche zunehmend wahrscheinlich wird.

Ein bekanntes Muster aus früheren Tech-Booms

Laut Gurley folgt die aktuelle KI-Euphorie einem Muster, das in der Technologiebranche bereits vielfach zu beobachten war.

Wenn frühe Gewinner große Gewinne erzielen, strömen weitere Unternehmen und Investoren herbei, um diesen Erfolg zu wiederholen. Diese Welle der Begeisterung führt häufig zu Überinvestitionen, überhöhten Bewertungen und schließlich zu einer Korrektur.

„Wenn Menschen schnell reich werden, drängen andere nach, um dasselbe zu tun“, sagte Gurley und bezeichnete diese Dynamik als einen zentralen Treiber von Marktblasen.

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Allein im Jahr 2025 steigerten die 500 reichsten Menschen der Welt ihr Vermögen um 2,2 Billionen Dollar — ein Großteil davon im Zusammenhang mit KI. Für Gurley ist ein derart rasches Wachstum ein Warnsignal und nicht nur eine Erfolgsgeschichte.

Die eigentliche Sorge: nicht nachhaltige Ausgaben

Das größere Problem sei die enorme Menge an Kapital, die in KI investiert wird.

Technologiekonzerne investieren massiv in Rechenzentren, Infrastruktur und Rechenleistung, die für das Training und den Betrieb fortschrittlicher KI-Modelle erforderlich sind. Analysten schätzen, dass die Ausgaben zwischen 2026 und 2028 etwa 2 Billionen Dollar erreichen könnten.

Dieses Investitionsniveau entspricht bereits den Ausgaben während der Dotcom-Blase — und übersteigt sie in manchen Fällen sogar.

Einige Unternehmen gehen zudem langfristige Verpflichtungen durch Leasingverträge für Rechenzentren ein, die bislang nicht immer klar in ihren Bilanzen sichtbar sind.

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Für Gurley ist die Sorge einfach: Irgendwann könnte das Geld ausgehen.

Selbst die größten Akteure verbrennen Kapital

Das Ausmaß der Ausgaben wird noch deutlicher beim Blick auf einzelne Unternehmen.

Schätzungen zufolge könnte OpenAI bis 2030 mehr als 200 Milliarden Dollar an Finanzierung benötigen, während der gesamte Kapitalverbrauch rund 280 Milliarden Dollar erreichen könnte. Anthropic soll über 10 Milliarden Dollar für das Training von Modellen ausgegeben haben, bei Einnahmen von nur etwa der Hälfte dieser Summe.

Gurley verglich diese Zahlen mit den frühen Jahren von Uber, als ein jährlicher Verlust von 2 Milliarden Dollar bereits als riskant galt.

Im Vergleich dazu bewegen sich die heutigen KI-Ausgaben in einer völlig anderen Größenordnung.

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Entlassungen und Behauptungen über „KI-Effizienz“

Gleichzeitig verweisen Unternehmen zunehmend auf KI als Grund für Entlassungen.

Einige Führungskräfte haben angedeutet, dass die Technologie den Bedarf an menschlicher Arbeit erheblich reduzieren könnte, insbesondere in Bereichen, in denen die Automatisierung schnell voranschreitet.

Gurley steht diesen Aussagen skeptisch gegenüber. Er argumentiert, dass Unternehmen KI häufig als bequeme Erklärung für Stellenabbau nutzen, anstatt Überbesetzung oder schlechte Planung einzugestehen.

In vielen Fällen könnten Entlassungen eher mit Kostenkontrolle nach hohen Investitionen zusammenhängen als mit einer tatsächlichen Ersetzung von Arbeitskräften durch KI.

Quellen: CNBC-Interview mit Bill Gurley; Analyse von Morgan Stanley; Schätzungen von HSBC; Moody’s Ratings; Berichterstattung von Fortune

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