Noch bevor die Kälte ihren Höhepunkt erreicht, sind weite Teile der USA von Stromausfällen, Verkehrschaos und Notmaßnahmen betroffen. Behörden und Wetterdienste warnen vor einer langanhaltenden Belastung für Infrastruktur und Bevölkerung.
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Das Ausmaß des Sturms reicht von Texas bis an die Ostküste. Meteorologen rechnen damit, dass fast die Hälfte der Bevölkerung direkt oder indirekt betroffen ist.
Netze am Limit
Besonders im Süden kam es zu massiven Stromausfällen. Nach Daten von PowerOutage.com waren zeitweise mehr als 840.000 Haushalte ohne Elektrizität, wie n-tv berichtet.
Der Nationale Wetterdienst (NWS) warnte vor anhaltenden Stromausfällen sowie vor Schäden an Bäumen und sehr gefährlichen Verkehrsbedingungen infolge von Eis und extremer Kälte.
Auch der Flugverkehr geriet ins Stocken. Nach Angaben der Plattform Flightaware fielen seit Samstag landesweit mehr als 19.000 Flüge aus, vor allem an großen Flughäfen im Nordosten.
Notstand und Warnungen
Behörden riefen in mindestens 20 Bundesstaaten sowie in der Hauptstadt Washington den Notstand aus. Der Sturm bewegte sich nach Angaben des NWS vom Süden über Texas Richtung Atlantikküste und brachte Schnee, Eis und Temperaturen bis zu minus 45 Grad Celsius in nördlichen Regionen.
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Meteorologen gehen davon aus, dass rund 160 Millionen Menschen von den Auswirkungen betroffen sein könnten. Der Wetterdienst sprach von „sehr gefährlichen“ Verkehrsbedingungen und rief die Bevölkerung auf, nicht notwendige Reisen zu vermeiden, wie n-tv berichtet.
Todesfälle gemeldet
Mehrere Bundesstaaten meldeten Todesfälle infolge von Unterkühlung und Unfällen. Die Zeitung USA Today berichtete unter Berufung auf lokale Behörden von mindestens 13 Toten, während CNN von mindestens elf sprach, wie n-tv berichtet. Die Unterschiede ergeben sich daraus, wie eindeutig die Fälle dem Wintersturm zugerechnet werden.
In New York wurden laut Bürgermeister Zohran Mamdani mindestens fünf Menschen tot auf der Straße gefunden. Die Fälle zeigten „die Gefahr extremer Kälte und die Verletzlichkeit vieler Bewohner, insbesondere obdachloser New Yorker“, sagte Mamdani bei einer Pressekonferenz, wie n-tv berichtet.
Wissenschaft und Politik
Aus meteorologischer Sicht wird die Kältewelle durch eine Verformung des Polarwirbels ausgelöst, die arktische Luft weit nach Süden drängt.
Wissenschaftler sagten der Nachrichtenagentur AP, dass es Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang mit der Erderwärmung gebe, dieser jedoch weiterhin Gegenstand laufender Forschung sei.
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US-Präsident Donald Trump reagierte auf den Sturm mit einem Appell zur Vorsicht, stellte jedoch erneut den Klimawandel infrage. Auf Truth Social schrieb er: „Könnten die Klima-Aufrührer mir bitte erklären: Was ist mit der Erderwärmung passiert?“
Mehr als ein Dutzend Wissenschaftler widersprachen dieser Darstellung gegenüber der AP. Sie erklärten, dass auch in einer sich erwärmenden Welt Winter und extreme Kälte auftreten können und verwiesen auf den Unterschied zwischen regionalem Wetter und globalem Klimawandel.
Quellen: AP, n-tv