Ermittlungen stocken nach schwerstem Blackout seit Jahrzehnten.
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Nach dem großflächigen Stromausfall in Berlin Anfang Januar verschärft die Bundesregierung den Druck auf mutmaßliche Saboteure.
Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, haben Bundesanwaltschaft und Polizei eine Belohnung von eine Million Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Identifizierung der Täter führen.
Angriff legte zehntausende Haushalte lahm
Auslöser des Blackouts war am 3. Januar ein Brand in einer elektrischen Anlage im Südwesten der Hauptstadt.
Mehr als 100.000 Menschen waren zeitweise ohne Strom, Heizung, Mobilfunk und Internet, auch der öffentliche Nahverkehr kam teilweise zum Erliegen.
Rund 45.000 Haushalte blieben fast eine Woche ohne Elektrizität. Erst am 7. Januar war die Versorgung vollständig wiederhergestellt – der längste Stromausfall in Berlin seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
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Rätselhafte Vulkangruppe bekennt sich
Zu dem Angriff bekannte sich die linksextremistische Vulkangruppe, über deren Mitglieder trotz jahrelanger Aktivitäten kaum etwas bekannt ist.
Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und Sabotage, wie AFP berichtet.
Die Gruppe reklamiert seit 2011 mehrere Anschläge für sich, darunter einen Brandanschlag auf Stromleitungen einer Tesla-Fabrik nahe Berlin im März 2024. Festnahmen gab es bislang nicht.
Politik warnt vor neuer Bedrohungslage
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt erklärte, man habe Erfolge im Kampf gegen Rechtsextremismus und islamistischen Terror erzielt, der Linksextremismus sei jedoch „zu lange unterschätzt worden“.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner betonte, Angriffe auf kritische Infrastruktur gefährdeten bewusst Menschenleben und hätten „oberste Priorität“.
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Gesetz zum Schutz kritischer Infrastruktur geplant
Der Fall hat laut AFP die Verwundbarkeit zentraler Versorgungssysteme offengelegt – auch vor dem Hintergrund deutscher Warnungen vor russischer Sabotage.
Dobrindt kündigte an, dass der Bundestag noch in dieser Woche ein neues Gesetz zum Schutz kritischer Infrastruktur verabschieden solle, räumte jedoch ein, Deutschland mache bislang „zu viele sensible Informationen öffentlich“.
Quelle: AFP, hotnews