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Gesund operiert: Eine Fehldiagnose mit irreversiblen Folgen – Frau verlor ihre Gebärmutter

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Was als medizinischer Routinefall begann, entwickelte sich zu einem Beispiel für mögliches Systemversagen. Eine junge Frau verlor durch eine falsche Krebsdiagnose ihre Gebärmutter.

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Wie die Kronen Zeitung berichtet, erklärte der ärztliche Direktor des Kepler Universitätsklinikums Karl-Heinz Stadlbauer, man bedauere den Vorfall und nehme ihn „sehr ernst“. Die Sicherheit und das Vertrauen der Patientinnen und Patienten hätten oberste Priorität.

Stadlbauer verwies darauf, dass trotz aller Sorgfalt ein minimales Restrisiko nie völlig ausgeschlossen werden könne. Interne Abläufe seien überprüft, Mitarbeitende sensibilisiert worden.

Zudem habe man der Betroffenen psychologische Unterstützung angeboten und auf die Prüfung durch die oberösterreichische Patienten- und Pflegevertretung hingewiesen.

Politische Kritik kam ebenfalls zu Wort. SPÖ-Gesundheitssprecher Peter Binder sprach laut der Kronen Zeitung von einem Hinweis auf strukturellen Handlungsbedarf im Linzer Uniklinikum.

Der Fall dahinter

Die Hintergründe schilderte die Kronen Zeitung in einem früheren Bericht ausführlich. Demnach erhielt eine 30-jährige Oberösterreicherin nach einer Fehlgeburt im Sommer 2025 am Kepler Universitätsklinikum Linz die Diagnose eines hochaggressiven Tumors.

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Auf Basis eines pathologischen Befunds und einer internen Tumorboard-Empfehlung wurde ihr Anfang August die Gebärmutter samt Eileitern und einem Eierstock entfernt. Die Frau ging davon aus, an Krebs erkrankt zu sein und keine Kinder mehr bekommen zu können.

„Ich bin monatelang jeden Morgen aufgewacht und jeden Abend schlafen gegangen – mit der Angst, bald zu sterben“, sagte sie laut dem Bericht.

Späte Aufklärung

Erst Wochen nach der Operation erfuhr die Patientin, dass sie nie an Krebs erkrankt war. Wie die Kronen Zeitung berichtet, ergab der endgültige histologische Befund keinen Tumor. Ursache war eine Vermischung von Gewebeproben in der Pathologie.

„Ich dachte, mich trifft der Schlag“, schilderte die Frau den Moment der Aufklärung. Interne Unterlagen zeigten, dass das korrekte Ergebnis innerhalb der Klinik früher bekannt war als gegenüber der Patientin kommuniziert.

Mehr als ein Einzelfall

Der Fall wirft Fragen auf, die über das persönliche Schicksal hinausgehen: Wie transparent sind medizinische Entscheidungswege? Wie werden Fehler kommuniziert? Und wie gut sind Patientinnen geschützt, wenn seltene, aber gravierende Risiken eintreten?

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Die Betroffene formulierte es laut Kronen Zeitung so: „Das Schlimmste ist, dass niemand Verantwortung übernimmt. Ich bin keine Zahl. Ich bin ein Mensch.“

Quelle: Kronen Zeitung