Das staatliche Monopol plant, allein im Jahr 2026 die Ausgaben um 20 Prozent zu senken.
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Die Züge verkehren weiterhin über enorme Entfernungen und verbinden Städte, Fabriken und abgelegene Regionen.
Seit Jahrzehnten bildet das Netz ein Rückgrat des täglichen Lebens und des Handels.
Nun stellen zunehmende Belastungen die Frage, wie lange dieses System noch standhalten kann.
Die Russischen Eisenbahnen, das staatliche Monopolunternehmen, das das Schienennetz des Landes betreibt, stehen vor einer schweren Finanzkrise, die Befürchtungen einer Insolvenz geweckt hat.
Wachsender Druck
Nach Angaben von Radio Liberty ist die russische Regierung eingeschritten, um größere Folgewirkungen zu verhindern.
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Zu den Notmaßnahmen gehörte der erzwungene Verkauf eines modernen Moskauer Wolkenkratzers im Wert von rund zwei Milliarden US-Dollar, der erst vor zwei Jahren zu Kosten erworben worden war, die auf etwa ein Achtel des Jahresbudgets des Unternehmens geschätzt werden.
Analysten verweisen auf eine Kombination aus kriegsbedingten Störungen und langjährigen finanziellen Belastungen. Die Russischen Eisenbahnen sind mit Schulden in Höhe von schätzungsweise rund 51 Milliarden US-Dollar belastet, ein Problem, das durch hohe Zinssätze verschärft wird, die die Zentralbank im Kampf gegen die Inflation verhängt hat.
Da sich der Krieg in der Ukraine seinem fünften Jahr nähert, spiegeln die Schwierigkeiten des Unternehmens breitere Schwächen der russischen Wirtschaft wider.
Wirtschaftliche Warnsignale
„Diese Krise bei den Russischen Eisenbahnen ist einer der Faktoren, die zur sich beschleunigenden Inflation in der russischen Wirtschaft beitragen“, sagte Igor Lipsits, ein russischer Ökonom, der inzwischen im Ausland lebt, gegenüber Current Time.
Dies bedeute seiner Ansicht nach, dass die Preise steigen und sich die Inflation beschleunigt, weil die Einnahmen sinken und die Tarife steigen.
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Die Russischen Eisenbahnen wurden 2003 aus großen Teilen des ehemaligen sowjetischen Eisenbahnsystems gegründet und erhielten eine nahezu monopolartige Kontrolle über den Personen- und Güterverkehr. Das Unternehmen expandierte rasch und häufte hohe Schulden an, selbst nachdem der langjährige Chef Wladimir Jakunin 2015 abgelöst worden war.
Auswirkungen des Krieges
Nach der umfassenden Invasion der Ukraine beeinträchtigten westliche Sanktionen die Handelsströme und zwangen zu kostspieligen Umleitungen von Fracht. Im Jahr 2024 ordneten die Behörden an, dass militärische Transporte im Netz Vorrang erhalten sollten.
Ende Dezember 2025 berichtete Reuters, dass die russische Eisenbahn plane, die Ausgaben im Jahr 2026 um 20 Prozent zu kürzen.
Das Unternehmen beschäftigt rund 700.000 Menschen und betreibt etwa 85.000 Kilometer Gleisstrecke, die sich über 11 Zeitzonen erstrecken.
Quellen: Current Time, Novaya Gazeta Europe, Harvard University Davis Center, Radio Liberty, Railway Pro, Reuters