Rom sucht Ordnung im Besucheransturm.
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Der Streit über Massentourismus hat in Rom eine neue Phase erreicht.
Am Trevi-Brunnen, einem der berühmtesten Wahrzeichen Roms, will die Stadt erstmals eine Gebühr für den direkten Zugang einführen. Mit der Maßnahme soll der Andrang besser gesteuert werden.
Kulturerbe unter Druck
In vielen italienischen Städten wächst der Unmut über überfüllte Plätze und steigende Lebenshaltungskosten. Der freie Zugang zu historischen Orten gilt für viele als Teil der städtischen Identität.
Kulturstadtrat Massimiliano Smeriglio betonte laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa), Rom sei eine Stadt, „die nicht nur den Touristen gehört, sondern vor allem den Römern“.
Die neue Maßnahme kann daher als Signal an Bewohnerinnen und Bewohner verstanden werden.
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Trevi als Testfall
Der Trevi-Brunnen ist einer der meistbesuchten Orte der Hauptstadt. Nach Angaben der dpa kommen dort täglich zehntausende Menschen zusammen, um Fotos zu machen und Münzen zu werfen.
Schon seit über einem Jahr ist der Zugang begrenzt. Dennoch blieb der Bereich rund um das Becken ein Brennpunkt für Gedränge, Streit und Taschendiebstähle.
Stadtpolitiker sehen den Brunnen deshalb als geeigneten Ort, um neue Steuerungsmodelle zu erproben.
Zwei Euro für Nähe
Ab dem 2. Februar wird für den schmalen Rundgang direkt am Wasser ein Ticket fällig. Der Preis liegt bei zwei Euro und gilt ausschließlich für diesen Bereich.
Besucher sollen die Eintrittskarten online oder vor Ort per Kreditkarte erwerben können. Der große Platz vor dem Brunnen bleibt weiterhin kostenlos zugänglich.
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Einwohnerinnen und Einwohner Roms sind von der Gebühr ausgenommen.
Ordnung statt Gedränge
Die Stadt verspricht sich mehr Sicherheit und einen ruhigeren Ablauf. Geplant sind getrennte Warteschlangen und feste Zeitfenster, in denen der Zugang möglich ist.
Bürgermeister Roberto Gualtieri erklärte im Dezember, Ziel sei es, die Qualität des Besuchs zu verbessern und Überfüllung einzudämmen.
Blick über Rom hinaus
Auch andere Städte setzen auf Gebühren. Venedig verlangt Geld von Tagesgästen, um Besucherströme zu lenken.
Kritiker bezweifeln jedoch laut der dpa, dass die Maßnahme abschreckende Wirkung zeigt.
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In Rom richtet sich der Blick nun auf den Trevi-Brunnen. Dort soll sich zeigen, wie die neue Regelung in der Praxis wirkt.
Quelle: dpa