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Epstein-E-Mails lösen brisante behauptungen über russisches Spionagenetzwerk aus

jeffrey Epstein
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Eine umfangreiche Veröffentlichung von Justizdokumenten in den USA hat eine seit Langem schwelende Debatte in Geheimdienst- und Medienkreisen neu entfacht. Im Mittelpunkt steht Jeffrey Epstein und die Frage, ob sein globales Netzwerk des Sexhandels zugleich als ausländische Geheimdienstoperation fungierte.

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Das neu entsiegelte Material hat eine erneute Prüfung von Epsteins internationalen Kontakten ausgelöst, insbesondere jener mit Verbindungen nach Russland, sowie der Frage, ob die Behörden es versäumt haben, die weiterreichenden Implikationen zu konfrontieren.

Justizakten veröffentlicht

Das US-Justizministerium hat vergangene Woche Millionen von Akten im Zusammenhang mit Epstein offengelegt, darunter E-Mails, Bilder und Videos. Während viele Dokumente bekannte Vorwürfe erneut aufgreifen, haben andere wegen Verweisen auf Moskau und hochrangige russische Persönlichkeiten Aufmerksamkeit erregt.

Medien wie The Express berichteten, dass Umfang und Art der Verweise Spekulationen befeuert hätten, Epsteins Aktivitäten hätten über Finanzkriminalität und Missbrauch hinausgereicht.

Westliche Geheimdienste haben solche Vermutungen nie öffentlich bestätigt, doch die Fragen bestehen seit Jahren fort.

Russische Muster

Berichten auf Grundlage der Akten zufolge erwähnen Tausende Dokumente Moskau, und mehr als 1.000 nehmen Bezug auf Wladimir Putin. Mehrere E-Mails deuten darauf hin, dass Epstein behauptete, Zugang zu russischen Amtsträgern zu haben und bei Visaangelegenheiten oder der Vermittlung von Kontakten helfen zu können.

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In einer Nachricht aus dem Jahr 2010 schrieb er: „Ich habe einen Freund von Putin, soll ich ihn fragen?“, als es um Unterstützung für einen Vertrauten ging.

Die Dokumente deuten zudem darauf hin, dass Epstein glaubte, auch nach seiner Verurteilung im Jahr 2008 Treffen in Russland arrangieren zu können.

Erpressungstheorien

Von britischen Boulevardmedien zitierte Analysten argumentieren, das Material ähnele einem klassischen „Kompromat“-Modell. Die Theorie beruht darauf, mächtige Personen in sexuelle Begegnungen zu locken und Aufzeichnungen oder Drohungen als Druckmittel zu nutzen.

In einer E-Mail aus dem Jahr 2015 an Sergei Belyakov, damals Russlands stellvertretenden Minister für wirtschaftliche Entwicklung, warnte Epstein, dass „ein russisches Mädchen aus Moskau … versucht, eine Gruppe mächtiger Geschäftsleute in New York zu erpressen“.

In einer anschließenden Nachricht an sich selbst schrieb er: „Du solltest wissen, dass ich es für notwendig hielt, einige Freunde beim FSB zu kontaktieren“, und schlug zugleich Zahlungen vor, um sie zum Schweigen zu bringen.

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Prominente Beispiele

Konkrete Fälle erscheinen in den Akten als Illustrationen, nicht als Beweise. Eine E-Mail aus dem Jahr 2010 zeigt, wie Epstein Prinz Andrew ein Abendessen mit einer Frau anbot, die er als „russisch, schön und vertrauenswürdig“ beschrieb.

Eine separate Korrespondenz verweist auf die Organisation von Treffen mit „neuen russischen Mädchen“ sowie auf die Planung ihrer Reisen zwischen Moskau, Paris und New York.

Alle in den Akten genannten prominenten Personen bestreiten Fehlverhalten.

Offene Fragen

Die Journalistin Tanya Kozyreva schrieb, Epsteins russische Kontakte und Rekrutierungsmuster hätten eine ungelöste Frage aufgeworfen: ob Ermittler es vermieden hätten, einer möglichen geheimdienstlichen Dimension nachzugehen.

Eine Geheimdienstquelle sagte der Daily Mail: „Es ist die größte Honigfalle der Welt.“

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Keine Regierungsbehörde hat diese Schlussfolgerung formell bestätigt, doch die neu veröffentlichten Akten sorgen dafür, dass die Debatte kaum abebben dürfte.

Quellen: US-Justizministerium, The Express, Daily Mail, The Telegraph