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Russland hat Belarus faktisch absorbiert, sagen Analysten

Lukashenko & Putin
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Der Krieg, der Osteuropa neu formt, beschränkt sich längst nicht mehr nur auf die Frontlinien in der Ukraine.

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Analysten zufolge greift der Druck des Konflikts über Grenzen hinweg und verändert stillschweigend das Machtgleichgewicht in benachbarten Staaten.

Neue Einschätzungen deuten darauf hin, dass diese Verschiebungen nicht durch formelle Erklärungen, sondern durch eine schrittweise militärische und politische Vereinnahmung erfolgen.

Stille Übernahme

Russland hat Belarus faktisch unter seine Kontrolle gebracht, was einer De-facto-Annexion gleichkommt, so eine neue Analyse des Institute for the Study of War (ISW).

Die Ergebnisse wurden von UNN berichtet und von Digi24 aufgegriffen.

Analysten argumentieren, dass Moskau belarussisches Territorium inzwischen als Erweiterung seines eigenen militärischen Raums behandelt und es nutzt, um umfassendere strategische Ziele in Europa voranzutreiben.

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Sie sagen, diese Kontrolle ermögliche es Russland, mit minimalem Widerstand aus Minsk zu agieren, insbesondere in Sicherheits- und Verteidigungsfragen.

Zwischenfälle im Luftraum

Die ISW-Analyse verweist auf jüngste Luftraumverletzungen, die Polen und Litauen betreffen, als Teil dieser Strategie.

In der Nacht vom 30. auf den 31. Januar drangen ballonähnliche Objekte zum zweiten Mal innerhalb von 72 Stunden aus Belarus in den polnischen Luftraum ein.

Das polnische Operative Kommando erklärte, militärisches Radar habe die Objekte in der Nacht erfasst und eingeschätzt, dass es sich höchstwahrscheinlich um Ballons handelte.

Als Reaktion darauf beschränkten polnische Behörden vorübergehend den Luftraum über der Woiwodschaft Podlachien entlang der östlichen Grenze zu Belarus.

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Hybrider Druck

Das Operative Kommando bezeichnete den Vorfall als „einen weiteren Zwischenfall in einer Reihe von hybriden Vorfällen, die im Osten Polens beobachtet werden“.

In den vergangenen Jahren haben Wetterballons häufig die Grenze von Belarus nach Polen überquert, oft in Verbindung mit Zigarettenschmuggel.

ISW-Analysten sagen, die jüngsten Eindringlinge passten in ein breiteres Muster und seien keine isolierten Unfälle.

Sie bewerten, dass Russland solche Aktionen im Rahmen seiner sogenannten „Phase Null“-Bemühungen nutzt, um Informations- und psychologische Bedingungen im Vorfeld einer möglichen Konfrontation mit der NATO zu formen.

Sorgen in der NATO

Laut ISW helfen diese niedrigschwelligen Eindringlinge dabei, Reaktionen zu testen, Unsicherheit zu schaffen und Grenzverletzungen zu normalisieren, ohne einen offenen Konflikt auszulösen.

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Polnische Behörden erklärten, dass in der Nacht zum 1. Februar die Armee erneut „ein Eindringen ballonähnlicher Objekte aus Belarus in den polnischen Luftraum“ registriert habe.

Die Objekte wurden per Radar verfolgt und galten nicht als Bedrohung.

„Die polnischen Streitkräfte bleiben bereit, Aufgaben zur Gewährleistung der Sicherheit des polnischen Luftraums zu erfüllen“, erklärte das Operative Kommando.

Quellen: Institute for the Study of War, UNN, Digi24

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