Ein russischer Militärsatellit ist unerwartet hoch über der Erde zerfallen.
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Dies hat neue Fragen über die Gefahren aufgeworfen, die selbst jenseits der am stärksten überfüllten Umlaufbahnen lauern.
Der Vorfall lenkt die Aufmerksamkeit auf Risiken in Regionen des Weltraums, die lange als vergleichsweise sicher galten.
Der Zerfall wurde von kommerziellen Ortungssystemen festgestellt und wird nun von Experten analysiert, die herausfinden wollen, was den Ausfall verursacht hat.
Plötzlicher Zerfall
Bei dem Satelliten handelte es sich um Luch/Olymp, ein russisches Raumfahrzeug, das dafür bekannt ist, ausländische Satelliten im geostationären Orbit zu überwachen.
Nach Angaben des Raumüberwachungsunternehmens s2A Systems begann der Satellit am 30. Januar unkontrolliert zu rotieren, und in seiner Nähe wurden Fragmente entdeckt.
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Zu diesem Zeitpunkt war Luch/Olymp nicht mehr funktionsfähig.
Bereits im Oktober 2025 war er in eine sogenannte Friedhofsbahn verlegt worden, mehrere hundert Kilometer oberhalb des geostationären Orbits. Diese Region ist für ausgemusterte Satelliten vorgesehen, um das Kollisionsrisiko zu verringern.
Kurz nach dem Ereignis beobachtete s2A Systems mehrere zusätzliche Objekte im selben Bereich, was darauf hindeutet, dass der Satellit auseinandergebrochen ist und nicht nur eine Fehlfunktion aufwies.
Mögliche Ursachen
Der Astrophysiker Jonathan McDowell sagte, die wahrscheinlichste Erklärung sei ein Zusammenstoß mit Weltraumschrott.
Er merkte an, dass interne Energiequellen wie Treibstoff oder Batterien erschöpft sein sollten, sobald der Satellit außer Dienst gestellt wurde.
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Deshalb gilt eine interne Explosion als weniger wahrscheinlich, wenn auch nicht völlig ausgeschlossen.
Ein technischer Fehler während der Abschaltung könnte dennoch dazu geführt haben, dass der Satellit ohne äußeren Einfluss zerfiel.
Der Vorfall hat die Debatte darüber neu entfacht, wie viel Weltraummüll sich oberhalb des geostationären Orbits befindet, einem Bereich, der traditionell als weniger gefährlich gilt als der niedrige Erdorbit.
Warum es wichtig ist
Falls Weltraumschrott verantwortlich war, würde dies bedeuten, dass selbst Friedhofsorbits riskanter sind als bisher angenommen.
Der geostationäre Orbit ist entscheidend für Kommunikation, Wetterbeobachtung und militärische Systeme, und umherdriftende Trümmer könnten aktive Satelliten bedrohen.
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Die Existenz nicht erfasster Fragmente in höheren Umlaufbahnen erschwert zudem langfristige Bemühungen um Sicherheit und Überwachung im All, insbesondere da immer mehr Länder moderne Raumfahrzeuge einsetzen.
Quellen: s2A Systems, WP.