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Engelsfigur mit Meloni-Ähnlichkeit beschäftigt Rom

Meloni
European Union / Wiki Commons

Eine Restaurierung in einer römischen Basilika sorgt für Debatte.

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Wenn Restaurierungen politische Assoziationen wecken, geraten selbst jahrhundertealte Kirchen in den Strudel der Gegenwart.

Genau das ist derzeit in Rom geschehen. Eine Engelsfigur hat eine Diskussion ausgelöst, die weit über Fragen der Denkmalpflege hinausgeht.

Kunst und Macht

Ausgangspunkt ist die Basilika San Lorenzo in Lucina, ein geschütztes Bauwerk im Zentrum der italienischen Hauptstadt.

La Repubblica berichtete nach jüngsten Restaurierungsarbeiten über eine Engelsfigur, die nach Einschätzung vieler Beobachter Ähnlichkeiten mit Ministerpräsidentin Giorgia Meloni aufweist. Der Fall wurde anschließend von weiteren Medien aufgegriffen, wie Finestre sull’Arte berichtet.

Die Debatte traf einen Nerv, weil sie Kunst, Religion und aktuelle Politik miteinander verknüpft.

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Meloni im Fokus

Giorgia Meloni selbst reagierte mit Ironie. Auf Instagram schrieb sie: „Nein, ich sehe definitiv nicht wie ein Engel aus“.

Unter Melonis Instagram-Beitrag erschienen innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Kommentare, die das Bild kontrovers aufgriffen. Einige Nutzer feierten die Ministerpräsidentin überschwänglich und bezeichneten sie als „Retterin Italiens“ oder als „Engel, der Italien führt“.

Andere reagierten mit scharfer Kritik und polemischen Vergleichen, sprachen vom „Engel des Todes“ oder warfen ihr autoritäre Züge vor. Die Reaktionen reichten damit von deutlichen Loyalitätsbekundungen bis zu offener Ablehnung.

Wer Verantwortung trägt

Nach Angaben von Corriere della Sera, auf die sich Finestre sull’Artre beruft, war an den Arbeiten ein Sakristan und Dekorateur beteiligt, der einen Teil des Eingriffs signierte. Er bestritt gegenüber La Repubblica, bewusst das Gesicht der Ministerpräsidentin nachgebildet zu haben, und wies politische Motive zurück.

Nach Angaben von Finestre sull’Arte wird die römische Soprintendenza voraussichtlich prüfen, ob die Arbeiten ordnungsgemäß genehmigt waren und den gesetzlichen Vorgaben entsprachen.

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Gesetz und Grenzen

Wie Finestre sull’Arte erläutert, unterliegt die Basilika seit Jahrzehnten dem italienischen Kulturgüterschutz. Eingriffe dürfen nur von qualifizierten Fachkräften und mit behördlicher Zustimmung erfolgen. Wird ein Verstoß festgestellt, kann eine Wiederherstellung angeordnet oder eine Strafe verhängt werden.

Der Vorfall verbindet Fragen der Denkmalpflege mit aktuellen politischen Bezügen.

Ob der Engel verändert werden muss, ist noch offen. Der Fall hat jedoch eine öffentliche Debatte ausgelöst, die über die konkrete Restaurierungsfrage hinausgeht.

Quellen: Corriere della Sera, Finestre sull’Arte, La Repubblica

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