Das Premiumsegment der elektrischen SUVs wird zunehmend dichter besetzt.
Ein neues Volvo-Modell kommt genau zu dem Zeitpunkt auf den Markt, an dem deutsche Wettbewerber versuchen, neu zu definieren, was mittelgroße Luxus-Elektrofahrzeuge leisten können.
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Der Volvo EX60 tritt in das Segment der mittelgroßen elektrischen Crossover zu einem Zeitpunkt rasanten Wandels ein. Da Teslas Model Y in mehreren Märkten an Dynamik verliert, sehen etablierte europäische Marken eine Chance, seine Vormachtstellung anzugreifen.
Volvo positioniert den EX60 direkt gegen BMW und Mercedes-Benz und verspricht klassenführende Werte bei Reichweite, Ladeleistung und Performance. Erste Spezifikationen deuten darauf hin, dass er nicht nur wettbewerbsfähig ist, sondern in mehreren zentralen Bereichen sogar vorn liegen könnte.
Ein Segment im Wandel
Elektrische Crossover dieser Größe haben sich schnell weiterentwickelt. Der neue BMW iX3 legt einen starken Fokus auf Effizienz, während Mercedes-Benz mit dem elektrischen GLC auf Vertrautheit und Luxus setzt.
Der Audi Q6 E-Tron, der seine Plattform mit dem Porsche Macan EV teilt, zeigt, wie rasant der Fortschritt ist. Was vor einem Jahr noch als hochmodern galt, gerät nun durch neuere Entwicklungen unter Druck.
Vor diesem Hintergrund setzt Volvo darauf, dass eine komplett neu entwickelte, softwaredefinierte EV-Architektur dem EX60 einen Vorteil verschafft.
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Batterie und Reichweite
Volvo plant, den EX60 mit mehreren Batterieoptionen anzubieten. Die Topversion nutzt ein 117-kWh-Batteriepaket und erreicht eine WLTP-Reichweite von 503 Meilen, wobei Volvo von einem EPA-Wert nahe 400 Meilen ausgeht.
Der BMW iX3 folgt dicht dahinter mit einer WLTP-Reichweite von 500 Meilen aus einer 108,7-kWh-Batterie, wobei BMW ebenfalls bis zu 400 Meilen nach dem EPA-Zyklus prognostiziert. Der elektrische GLC von Mercedes verwendet eine kleinere 94-kWh-Batterie, erzielt aber dennoch bis zu 443 Meilen WLTP.
Der Audi Q6 E-Tron liegt im Vergleich zurück, mit bis zu 392 Meilen WLTP und einer US-amerikanischen EPA-Schätzung von 307 Meilen für die Version mit zwei Motoren.
Laden und Tempo
Alle vier Modelle basieren auf 800-Volt-Plattformen und ermöglichen dadurch sehr schnelles Laden. Unter idealen Bedingungen können sie jeweils rund 186 Meilen Reichweite in etwa 10 Minuten nachladen.
Volvo beansprucht die kürzeste Ladezeit und erreicht 10 bis 80 Prozent in 19 Minuten, verglichen mit rund 21 Minuten bei BMW und Audi sowie 22 Minuten bei Mercedes. Sowohl Volvo als auch BMW unterstützen Ladeleistungen von bis zu 400 kW.
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In Sachen Performance führt der EX60 derzeit mit 670 PS und einer Beschleunigung von 0 auf 62 mph in 3,9 Sekunden, wobei von den deutschen Wettbewerbern leistungsstärkere Varianten erwartet werden.
Kein klarer Verlierer
Während der Volvo aktuell bei Beschleunigung, Ladegeschwindigkeit und Reichweite vorne liegt, fehlen ihm die höheren Höchstgeschwindigkeiten seiner deutschen Konkurrenten. Zukünftige AMG-, M- oder RS-Versionen dürften das Kräfteverhältnis erneut verschieben.
Auffällig ist, wie wettbewerbsfähig das gesamte Segment geworden ist. Keines dieser Fahrzeuge wirkt wie ein Kompromiss, und alle bieten hohe Reichweiten und schnelle Ladezeiten.
Derzeit sprechen die Zahlen leicht für den EX60. Der eigentliche Gewinner ist jedoch der Käufer, der mehr leistungsfähige elektrische SUVs zur Auswahl hat als je zuvor.
Quellen: InsideEVs, Herstellerangaben