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Unerbittliche hitze lässt südostaustralien keine atempause

Australian map
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Extreme Sommerhitze ist in Australien nichts Ungewöhnliches, doch Meteorologen sagen, dass die derzeitigen Bedingungen im Südosten weit über die üblichen saisonalen Extreme hinausgehen. Eine Kombination aus Rekordtemperaturen, unerbittlich heißen Nächten und ungewöhnlicher Hitze in höheren Lagen hat dieses Ereignis zu einer der schwerwiegendsten Hitzewellen des Landes gemacht.

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Experten sagen, die Auswirkungen seien Tag und Nacht zu spüren, mit kaum einer Atempause.

Ein seltener Temperaturanstieg

The Guardian berichtet, dass die südaustralische Bergbaustadt Andamooka am vergangenen Donnerstag 50 Grad Celsius erreicht hat – erst das achte Mal, dass eine derart hohe Temperatur irgendwo in Australien gemessen wurde.

Die Hitze ist Teil dessen, was Meteorologen als „Hitzekuppel“ beschrieben haben, die sich von westlichen Regionen in den Südosten verlagerte. Nach Angaben des Bureau of Meteorology wurde das System durch ein blockierendes Hoch im Tasmanischen Meer sowie durch Überreste des ehemaligen tropischen Zyklons Luana festgehalten, wodurch kühlere Luft daran gehindert wurde, die Hitze zu zerstreuen.

Warum dieses Ereignis heraussticht

Der leitende Klimatologe des Bureau of Meteorology, Dr. Simon Grainger, sagte dem Guardian, dass diese Hitzewelle für Südostaustralien zu den „bedeutendsten gehört, die wir je erlebt haben“.

Er erklärte, dass ihre Intensität, Dauer und das anhaltende Überschreiten kritischer Temperaturschwellen sie mit historischen Ereignissen im Januar 1939 und Januar 2009 vergleichbar machten.

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Rekorde fallen reihenweise

Rund 50 Wetterstationen in West-New-South-Wales, West-Victoria und Ost-Südaustralien haben laut Grainger ihre höchsten jemals gemessenen Temperaturen registriert.

Victoria verzeichnete mit 48,9 Grad Celsius in Hopetoun und Walpeup einen neuen Landesrekord, während Pooncarie in New South Wales 49,7 Grad erreichte und damit die zweithöchste jemals im Bundesstaat gemessene Temperatur egalisierte.

Hitze in der Höhe

Ein auffälliges Merkmal war die extreme Wärme in Australiens alpinen Regionen. The Guardian berichtet, dass Skigebiete wie Falls Creek und Perisher Valley erstmals Temperaturen von über 30 Grad Celsius überschritten, obwohl sie etwa 1.700 Meter über dem Meeresspiegel liegen.

Am selben Tag waren Melbourne und Sydney deutlich kühler, was unterstrich, wie ungewöhnlich die atmosphärischen Bedingungen waren.

Keine Abkühlung in der Nacht

Die nächtlichen Temperaturen verschärften die Gefahr zusätzlich. Adelaide erlebte die heißeste Nacht seit Beginn der Aufzeichnungen, wobei die Temperaturen nach einem Tageshöchstwert von 44,7 Grad Celsius nur auf 34,1 Grad sanken.

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Dr. Grainger sagte, mehrere Orte hätten fünf oder mehr aufeinanderfolgende Tage mit Temperaturen über 40 Grad Celsius erlebt – etwas, das in Teilen von New South Wales zuvor noch nie beobachtet worden sei.

Wachsende Belastung für die Gesundheit

Extreme Hitze ist Australiens tödlichste Naturgefahr. Die oberste Gesundheitsbeamtin des Bundesstaates Victoria, Dr. Caroline McElnay, warnte, anhaltende nächtliche Hitze könne den Körper daran hindern, sich abzukühlen, und so das Risiko von Hitzestress und Hitzschlag erhöhen.

Vorläufige Daten, auf die sich The Guardian beruft, zeigen, dass hitzebedingte Notaufnahmen in Adelaide im Vergleich zum Januar des Vorjahres um das Dreifache gestiegen sind.

Meteorologen erwarten, dass sich die Bedingungen bald entspannen, warnen jedoch, dass überdurchschnittlich heiße Tage und Nächte voraussichtlich anhalten werden.

Quellen: The Guardian, Bureau of Meteorology

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