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Zugbegleiter stirbt nach Angriff durch Fahrgast ohne Fahrschein

Train conductor, Deutsche Bahn, Germany, Berlin
hanohiki / Shutterstock.com

Der mutmaßliche Angreifer wurde festgenommen.

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Eine routinemäßige Fahrkartenkontrolle in einem Regionalzug endete in tödlicher Gewalt und schockierte Eisenbahnbeschäftigte ebenso wie Politiker.

Der Tod eines jungen Zugbegleiters hat die Sorgen um die Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr und die wachsende Bedrohung für Beschäftigte im direkten Kundenkontakt neu entfacht.

Behörden und Gewerkschaften sehen in dem Fall ein Spiegelbild eines breiteren Musters von Aggressionen, das auf Zügen und an Bahnhöfen in beunruhigender Weise zur Normalität geworden ist.

Tödliche Kontrolle

Nach Angaben von Euronews ereignete sich der Vorfall in einem Regionalzug in Rheinland-Pfalz, als ein Fahrgast keinen gültigen Fahrschein vorzeigen konnte. Während der Kontrolle eskalierte die Situation, und der Zugbegleiter wurde angegriffen.

Der 36-jährige Bahnmitarbeiter wurde so schwer misshandelt, dass er zusammenbrach. Trotz sofortiger Wiederbelebungsversuche, die noch während der Fahrt des Zuges eingeleitet wurden, erlag er später seinen Verletzungen.

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Der mutmaßliche Täter, ein 26-jähriger Mann, wurde noch am Tatort festgenommen. Gegen ihn wird wegen des Verdachts auf Totschlag ermittelt.

Gewerkschaft fordert Konsequenzen

Die DB-Vorständin Evelyn Palla erklärte, der Tod habe sie „schockiert und zutiefst betroffen“, und sprach von einem schwarzen Tag für die Beschäftigten der Bahn.

„Wir bei der Deutschen Bahn verurteilen diesen schrecklichen Gewaltausbruch und den völlig sinnlosen Tod unseres Kollegen auf das Schärfste. Wir alle müssen uns fragen, warum es immer wieder zu solchen Gewalteskalationen kommt“, schrieb Palla in einem Beitrag auf LinkedIn.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) rief zu einer Schweigeminute auf. „Heute steht die Eisenbahnerfamilie still“, sagte der EVG-Vorsitzende Martin Burkert.

„Und ab morgen werden wir den Druck erneut erhöhen. Dieser brutale Angriff muss jetzt ein Umdenken auslösen“, fügte Burkert hinzu und forderte die Politik zum Handeln auf.

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Gewalt auf der Schiene

Offizielle Zahlen zeigen, dass Übergriffe auf Bahnbeschäftigte häufig vorkommen. Von Januar bis November 2025 wurden laut Innenministerium nahezu 3.000 Bahnmitarbeiter Opfer von Straftaten.

Im Durchschnitt kam es täglich zu fünf körperlichen Angriffen sowie zu vier Bedrohungen. Seit 2024 stattet die Deutsche Bahn einen Teil des Personals im direkten Kundenkontakt freiwillig mit Bodycams aus.

Quellen: Euronews, LinkedIn-Beitrag von Evelyn Palla, Deutsche Welle, Deutsches Innenministerium