Russland verliert mehr Soldaten, als es neu anwerben kann.
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Das Defizit soll Moskaus Ambitionen auf dem Schlachtfeld bremsen, obwohl die Kämpfe weiterhin intensiv sind.
Rekrutierungslücke
Russland verlor im Januar rund 9.000 Soldaten mehr, als es an die Front entsenden konnte.
Dem Bericht zufolge haben ukrainische Streitkräfte den Druck erhöht, indem sie gezielt auf die Personalstärke abzielen, um höhere Verluste zu verursachen, als der Kreml ausgleichen kann.
Bloomberg berichtete zuvor, dass im Dezember etwa 35.000 russische Soldaten getötet wurden, was in etwa der Zahl der neu angeworbenen Rekruten in diesem Monat entsprach.
Im Januar habe sich das Gleichgewicht jedoch ins Negative verschoben.
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Westliche Vertreter erklärten gegenüber der Agentur, dass russische Streitkräfte im Januar trotz hoher Verluste keine nennenswerten territorialen Gewinne erzielt hätten.
Bei dem derzeitigen Tempo des Vormarsches könnte es Moskau laut den von Bloomberg zitierten Schätzungen bis zu zwei Jahre dauern, um die Region Donezk vollständig einzunehmen.
Druck auf dem Schlachtfeld
Der Journalist Alex Wickham schrieb für Bloomberg, die Zahlen zeigten, dass „die Ukraine in den Verhandlungen weiterhin die Oberhand hat“ und stellten Darstellungen infrage, wonach ein russischer Sieg unausweichlich sei.
Der ukrainische Generalstab erklärte, die steigenden russischen Verluste spiegelten wirksame Verteidigungsmaßnahmen wider, die Moskaus offensive Fähigkeiten einschränkten.
Die Deutsche Welle berichtete unter Berufung auf einen NATO-Vertreter, dass sich die gesamten russischen Militärverluste seit Beginn der groß angelegten Invasion auf 1,3 Millionen belaufen hätten, darunter 400.000 getötete oder verwundete Soldaten allein im vergangenen Jahr.
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Umstrittene Maßnahmen
Separat berichtete das russische Medium Vyorstka, dass Behörden Druck auf Waisen ausübten, indem sie den Zugang zu staatlich bereitgestelltem Wohnraum an die Teilnahme an der von Moskau sogenannten „Spezialmilitäroperation“ knüpften.
In einigen Fällen hätten Beamte demnach angedeutet, Wohnungen würden einem „Teilnehmer einer Spezialmilitäroperation“ zugeteilt, selbst wenn eine andere Person rechtlich Vorrang gehabt habe.
Der Kreml äußerte sich bislang nicht öffentlich zu der gemeldeten Rekrutierungslücke.
Quellen: Bloomberg, Deutsche Welle, WP.