Kuba steht vor einer schweren Treibstoffknappheit, die die Insel an den Rand der Lähmung gebracht hat.
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Während die Vorräte schwinden, bereitet sich Moskau darauf vor einzugreifen, ein Schritt, der die ohnehin angespannten Beziehungen zu Washington weiter belasten könnte.
Die sich zuspitzende Krise entwickelt sich zunehmend zu einem weiteren Konfliktpunkt zwischen Russland und den Vereinigten Staaten.
Treibstoffvorräte erschöpft
Russland bereitet sich darauf vor, Öl und Erdölprodukte nach Kuba zu liefern, teilte die russische Botschaft in Havanna der Zeitung Iswestija mit.
Diplomaten erklärten, die Lieferungen würden in Kürze „als humanitäre Hilfe“ erfolgen, nannten jedoch keine Mengen.
Die Ankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem US-Präsident Donald Trump mit zusätzlichen Zöllen gegen Länder droht, die versuchen, Kuba mit Treibstoff zu versorgen.
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Die Insel hat seit einem Monat kein ausländisches Öl mehr erhalten, und die heimischen Reserven sind nahezu aufgebraucht.
Ende Januar schätzte das Analyseunternehmen Kpler, dass Kuba ohne neue Importe höchstens 20 Tage funktionsfähig bleiben könne. Die letzte Lieferung traf am 9. Januar aus Mexiko ein, das seine Exporte nach Trumps Warnungen einstellte.
Venezuela, zuvor Kubas zweitgrößter Lieferant, stoppte seine Lieferungen nach dem 3. Januar, als US-Spezialkräfte dessen Staatschef Nicolás Maduro festnahmen.
Moskau greift ein
Laut Iswestija erfolgte die letzte größere russische Öllieferung nach Kuba im Februar vergangenen Jahres. Rund 100.000 Tonnen beziehungsweise 733.000 Barrel wurden im Rahmen eines staatlichen Kredits in Höhe von umgerechnet rund 54 Millionen Euro geliefert, den Präsident Wladimir Putin genehmigt hatte.
Nikolai Dudtschenko, Analyst bei FG Finam, erklärte, dass diese Menge ohne strikte Rationierung etwa 20 Tage des Bedarfs gedeckt hätte. Kuba habe im Jahr 2025 durchschnittlich 37.000 Barrel pro Tag importiert.
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Russlands erneute Unterstützung könnte wirtschaftliche und politische Folgen haben. Igor Juschkow vom Nationalen Energiesicherheitsfonds warnte, dass Hilfe für Havanna die Beziehungen zu Washington weiter belasten könne.
Er verwies auf die Möglichkeit von Festsetzungen von Tankern und erinnerte an das Schiff Marinera, das zuvor beim Transport venezolanischen Öls beschlagnahmt wurde. Zudem hob Juschkow das Rekorddefizit im russischen Staatshaushalt hervor und stellte infrage, wie leicht Moskau Treibstoff kostenlos bereitstellen könne.
Politische Risiken steigen
Anfang Februar erklärte der russische Außenminister Sergej Lawrow nach Gesprächen mit seinem kubanischen Amtskollegen, Moskau sei bereit, finanzielle Unterstützung zu leisten.
Er bezeichnete die Maßnahmen der USA, darunter die Blockade von Öllieferungen, als „inakzeptabel“ und warnte, sie führten zu „einer ernsthaften Verschlechterung der wirtschaftlichen und humanitären Lage im Land“.
Der Kreml sprach von „erstickenden Maßnahmen“ seitens Trumps und bezeichnete die Treibstoffknappheit in Kuba als „kritisch“.
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Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow erklärte, Russland prüfe, Havanna „jede Unterstützung zu gewähren, die es leisten kann“.
Russland und Kuba verbindet eine lange finanzielle Geschichte.
2014 strich Putin 90 Prozent von Kubas Schulden in Höhe von umgerechnet rund 31,7 Milliarden Euro und erließ damit etwa 28,8 Milliarden Euro. In jenem Jahr beliefen sich die gesamten russischen Haushaltsausgaben auf umgerechnet rund 373 Milliarden Euro.
Quellen: Digi24, Iswestija