Er wies zudem die Behauptungen des Kremls zurück, wonach die ukrainische Verteidigung kurz vor dem Zusammenbruch stehe.
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Bevor russische Truppen 2022 die ukrainische Grenze überschritten, prognostizierten viele Analysten, dass es Kiew schwerfallen würde, einem anhaltenden Angriff standzuhalten.
Stattdessen leisteten die ukrainischen Streitkräfte heftigen Widerstand, verlangsamten Russlands Vormarsch und gewannen in mehreren Gegenoffensiven Gebiete zurück.
Westliche Vertreter schätzen die russischen Verluste seit Februar 2022 auf nahezu 1,2 Millionen Gefallene und Verwundete, wobei Moskau keine offiziellen Zahlen veröffentlicht. Keine der beiden Seiten legt umfassende Verlustzahlen vor.
Auf dem Schlachtfeld rücken russische Truppen Berichten zufolge in wichtigen Sektoren mit einer Geschwindigkeit von 15 bis 70 Metern pro Tag vor – ein Tempo, das Militärbeobachter im Vergleich zu großen Offensiven des vergangenen Jahrhunderts als langsam bezeichnen.
Obwohl sich der Krieg zu einem zermürbenden Abnutzungskrieg entwickelt hat, behauptet der Kreml weiterhin, ein russischer Sieg in der Ukraine sei unausweichlich.
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Doch nicht alle in Russland scheinen dieser Einschätzung zuzustimmen.
Ukrainische Armee „nicht zerstört“
Ein seltener Moment der Offenheit zeigte sich kürzlich im russischen Staatsfernsehen während einer Prime-Time-Talkshow, als ein Kommentator offen einräumte, dass Moskau in der Ukraine bislang keinen entscheidenden Erfolg erzielt hat.
Vadim Gasanow, ein Dokumentarfilmer, äußerte sich in der Sendung „The Meeting Place“, die vom zu Gazprom Media gehörenden Sender NTV ausgestrahlt wird, und stellte dabei offen das Narrativ des Kremls infrage, wonach ein russischer Sieg unausweichlich sei.
Er sagte: „Die ukrainische Armee ist nicht zerstört worden; sie hat nicht kapituliert.“
Russland droht „auseinanderzufallen“
Gasanow deutete an, dass die Ukraine weiterhin in der Lage sei, den Kampf zu verlängern.
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Er sagte: „Als Staat hat die Ukraine alle Möglichkeiten, ihren Widerstand fortzusetzen, und sie leistet erfolgreich Widerstand.“
Er fügte hinzu, Kiew sehe Moskau mit „erheblichen Schwierigkeiten an der Front“ konfrontiert, und warnte vor dem Risiko, dass Russland „auseinanderfallen“ könne.
„Leute, die ukrainische Gesellschaft glaubt, dass wir auseinanderfallen werden, wenn sie nur noch ein wenig mehr Druck ausüben.“
Die Folge von „The Meeting Place“ ist hier mit englischen Untertiteln auf YouTube zu sehen (öffnet in neuem Tab). Gasanow beginnt nach etwa 3 Minuten und 25 Sekunden zu sprechen.
Quellen: Russian Media Monitor (YouTube), Institute for the Study of War (ISW)