Die Spannungen zwischen Washington und Kiew sind nur wenige Tage vor einer neuen Verhandlungsrunde zur Beendigung des Krieges in der Ukraine erneut aufgeflammt.
Präsident Donald Trump hat Wolodymyr Selenskyj öffentlich dazu aufgefordert, schneller auf ein Abkommen hinzuarbeiten, während die diplomatischen Bemühungen im Vorfeld des vierten Jahrestags des Konflikts wieder aufgenommen werden.
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„Selenskyj muss handeln. Russland will ein Abkommen schließen. Er muss handeln, sonst wird er eine große Chance verpassen“, sagte Trump am Wochenende vor Reportern und signalisierte damit Ungeduld über das Tempo der Fortschritte.
Seine Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund einer erneuten Debatte über die politische Zukunft der Ukraine. Einige US-amerikanische und russische Vertreter haben vorgeschlagen, Kiew solle Präsidentschaftswahlen abhalten, obwohl aufgrund der andauernden Invasion weiterhin das Kriegsrecht gilt, berichtet The Guardian.
Wahldebatte
Die Idee von Wahlen während des Krieges ist in der Ukraine auf Kritik gestoßen. Der Politikanalyst Olexij Haran von der Kyiv-Mohyla-Akademie erklärte, dem Land fehlten die notwendigen Sicherheitsbedingungen für eine glaubwürdige Abstimmung, und warnte, solche Forderungen könnten die Lage destabilisieren.
Selenskyj hat keine Pläne für Wahlen angekündigt und betont, dass Sicherheitsgarantien und territoriale Integrität Vorrang haben müssten. Zugeständnisse im Donbas schloss er aus und sagte: „Dem Aggressor etwas zu überlassen, ist ein großer Fehler.“
Zudem wies er die Vorstellung zurück, Moskau beschwichtigen zu wollen, und fügte hinzu: „Putin lässt sich nicht mit Küssen oder Blumen aufhalten.“
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Gespräche werden fortgesetzt
Vor diesem Hintergrund bereiten sich hochrangige ukrainische und russische Vertreter laut The Guardian auf eine zweite Verhandlungsrunde in Genf vor, die von der Trump-Regierung vermittelt wird.
Die Delegationen sollen den früheren Gesprächsrunden ähneln: Russland wird durch den leitenden Berater Wladimir Medinski und weitere ranghohe Vertreter vertreten, während die ukrainische Delegation vom Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates, Rustem Umerow, angeführt wird.
Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, die Gespräche würden über Vorschläge für eine Waffenruhe hinausgehen und auch umfassendere Themen, einschließlich territorialer Fragen, behandeln.
Begrenzter Optimismus
Trotz der erneuten diplomatischen Bemühungen bleiben die Erwartungen an einen Durchbruch gering. US-Außenminister Marco Rubio sagte, Washington sei sich weiterhin unsicher, ob Moskau tatsächlich bereit sei, den Krieg zu beenden.
Da beide Seiten an ihren festen Positionen festhalten und die Kämpfe andauern, wird das Treffen in Genf weitgehend als Test dafür gesehen, ob der Dialog die tiefen Gräben überbrücken kann, bevor der Krieg in sein fünftes Jahr geht.
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Quellen: The Guardian, Stellungnahmen von US-amerikanischen, ukrainischen und russischen Vertretern.