Ein Vergnügungspark in Colorado hat nach einem millionenschweren Gerichtsurteil im Zusammenhang mit dem Tod eines sechsjährigen Mädchens ein Insolvenzverfahren eingeleitet.
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Der Schritt erfolgt Jahre nach dem tödlichen Unfall, der Besucher erschütterte und eine erneute Debatte über die Sicherheit von Fahrgeschäften auslöste.
Klage wegen fahrlässiger Tötung
Die Muttergesellschaft des Glenwood Caverns Adventure Park, Glenwood Caverns Holdings LLC, beantragte Gläubigerschutz nach Chapter 11 beim US-Insolvenzgericht im Bundesstaat Delaware.
Der Antrag folgt auf ein Geschworenenurteil aus dem vergangenen Jahr, das in einem Verfahren wegen fahrlässiger Tötung mehr als 116 Millionen US-Dollar zusprach.
Der Fall geht auf den Tod der sechsjährigen Wongel Estifanos im Jahr 2021 zurück, die aus der Attraktion Haunted Mine Drop stürzte.
In einer Erklärung teilte der Park mit: „Glenwood Caverns Adventure Park filed for Chapter 11 bankruptcy protection in Delaware today following the recent judgment against it stemming from a tragic incident that occurred there in 2021.“
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Insolvenzantrag
Das Unternehmen erklärte, die Restrukturierung ermögliche es, den Betrieb fortzuführen und gleichzeitig die finanziellen Verpflichtungen im Rahmen eines gerichtlich überwachten Verfahrens zu regeln.
„The Chapter 11 process will allow Glenwood Caverns to continue operating while creating a structured, court-supervised process that ensures fairness and transparency as it pursues reorganization,“ hieß es weiter.
Nach den Regeln von Chapter 11 können Unternehmen während der Neuordnung ihrer Schulden geöffnet bleiben.
Gerichtsunterlagen zufolge gibt das Unternehmen Vermögenswerte zwischen 10 und 50 Millionen US-Dollar an, während die Verbindlichkeiten zwischen 100 und 500 Millionen US-Dollar liegen. Die wichtigste besicherte Schuld in Höhe von rund 12,7 Millionen US-Dollar besteht gegenüber der Community Banks of Colorado, einer Sparte der NBH Bank.
Tödlicher Unfall
Staatliche Ermittler stellten fest, dass Wongel Estifanos in der Attraktion Haunted Mine Drop nicht ordnungsgemäß gesichert war.
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Laut ABC 7 bemerkten die Betreiber nicht, dass sie auf ihren Sicherheitsgurten saß, anstatt korrekt angeschnallt zu sein.
Ein zweiter Mitarbeiter soll das Überwachungssystem der Sicherheitsgurte übersteuert haben, sodass die Fahrt trotz der fehlerhaften Sicherung gestartet wurde.
Nach dem Urteil der Geschworenen wurde die Attraktion Haunted Mine Drop geschlossen und später unter dem neuen Namen Crystal Tower mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen wiedereröffnet.
Der Park teilte mit, dass der tägliche Betrieb und geplante Veranstaltungen während des Insolvenzverfahrens ohne Unterbrechung fortgesetzt würden.
Quellen: The Express, ABC 7