Der Krieg in der Ukraine verändert grundlegend das Verständnis moderner Kriegsführung.
Gerade lesen andere
Laut Analysten, die in Foreign Affairs schreiben, legt der Konflikt Schwächen im traditionellen militärischen Denken offen und zeigt die wachsende Bedeutung günstiger, schnell produzierbarer Systeme.
Krieg der Vergangenheit und der Zukunft
Experten beschreiben den Krieg als „zugleich ein Krieg der Vergangenheit und der Zukunft“, der Stellungskrieg mit Drohnen, Satelliten und künstlicher Intelligenz in bislang beispiellosem Ausmaß verbindet.
Sie warnen, dass amerikanische Militärverantwortliche genau hinsehen sollten. Der Konflikt zeige, dass langwierige Abnutzungskriege weiterhin möglich seien.
„Kleine, arme Länder können größere, wohlhabendere überraschen und besiegen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, riesige Mengen günstiger Waffen zu produzieren und einzusetzen, nicht nur eine kleine Zahl hochentwickelter Systeme“, schreiben die Analysten.
Lehren für Washington
Die Autoren argumentieren, dass die Vereinigten Staaten ihre Doktrin und Produktionsstrategie grundlegend überdenken müssen.
Lesen Sie auch
Sie warnen, dass eine konservative institutionelle Kultur und bürokratische Strukturen innerhalb des US-Militärs notwendige Reformen verlangsamen könnten. Einige Entscheidungsträger unterschätzten noch immer, was der Ukraine-Krieg für mögliche künftige Konflikte signalisiere, auch im Pazifikraum.
Zu den Empfehlungen gehört eine umfassende Neubewertung der Militärdoktrin, einschließlich der Frage, wie Gegner teure US-Verteidigungsplattformen neutralisieren könnten.
Geschwindigkeit statt Perfektion
Eine weitere zentrale Lehre ist Anpassungsfähigkeit. Systeme müssten, so die Analysten, innerhalb von „Stunden und Tagen, nicht Jahren“ modifiziert werden.
Gefordert wird eine groß angelegte Produktion kostengünstiger Waffen, die schnell ersetzt werden können, statt sich auf eine begrenzte Zahl hochkomplexer Systeme zu verlassen.
„Andernfalls könnten die Vereinigten Staaten beim nächsten Konflikt überrascht und besiegt werden, wie es Russland ergangen ist“, warnen die Autoren.
Lesen Sie auch
Drohnen-Revolution
Insbesondere Drohnen haben das Schlachtfeld verändert. Kostengünstige unbemannte Systeme zerstören gepanzerte Fahrzeuge und befestigte Stellungen zu einem Bruchteil der Kosten traditioneller Plattformen.
Analysten vergleichen diesen Wandel mit den Revolutionen durch Flugzeuge und Panzer im Ersten Weltkrieg sowie durch Raketen und Radar im Zweiten Weltkrieg.
Ihr Fazit ist eindeutig: Die Vereinigten Staaten müssen verstehen, wie schwächere Akteure stärkere herausfordern können, und sich auf schnelle Innovation sowie Massenproduktion in der Verteidigungsindustrie vorbereiten.
Quellen: Foreign Affairs, WP