Einsamkeit betrifft Menschen aller Generationen. Der Einsamkeitsreport 2024 der Techniker Krankenkasse zeigt, dass sich mehr als ein Drittel der 18- bis 39-Jährigen stark oder eher stark einsam fühlt.
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Bei den über 60-Jährigen liegt der Anteil laut Bericht zwischen 19 und 21 Prozent. Das Thema beschränkt sich also keineswegs auf das hohe Alter.
Was Einsamkeit bedeutet
Allein zu sein heißt nicht automatisch, sich einsam zu fühlen. Entscheidend ist die persönliche Wahrnehmung sozialer Beziehungen.
Das Kompetenznetz Einsamkeit definiert: „Einsamkeit ist ein subjektives Gefühl, bei dem die eigenen sozialen Beziehungen nicht den persönlichen Wünschen und Bedürfnissen entsprechen.“
Dieses Empfinden kann nach Angaben des Netzwerks sowohl die psychische als auch die körperliche Gesundheit beeinträchtigen.
Ursachen im Lebensverlauf
Prof. Heike Ohlbrecht von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg verweist in einem Podcast der Universität auf unterschiedliche Auslöser.
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Migrationserfahrungen, das Alleinerziehen von Kindern oder die Pflege von Angehörigen können ebenso eine Rolle spielen wie finanzielle Schwierigkeiten oder das Leben in anonymen Großstadtstrukturen.
Bestimmte Lebenssituationen erhöhen somit das Risiko sozialer Isolation.
Gewohnheiten mit Wirkung
Organisationen wie die Malteser raten dazu, frühzeitig gegenzusteuern. Eine feste Tagesstruktur kann helfen, Passivität zu vermeiden.
Regelmäßige Aktivitäten außerhalb der eigenen Wohnung – etwa Bewegung an der frischen Luft – fördern Begegnungen mit anderen Menschen.
Ebenso wichtig ist es, über persönliche Sorgen zu sprechen. Wer Gefühle dauerhaft zurückhält, läuft Gefahr, sich innerlich zurückzuziehen.
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Auch die Qualität von Freundschaften zählt. Beziehungen, die nicht auf Gegenseitigkeit beruhen, können belasten. Offenheit gegenüber neuen Kontakten kann dagegen bereichernd sein.
Hilfe finden
Unterstützung bietet die TelefonSeelsorge Deutschland unter 0800-111 0 111 und 0800-111 0 222 sowie per Mail und Chat. Weitere Informationen stellt das Kompetenznetz Einsamkeit bereit.
Quelle: Bunte