Moskau hat klargestellt, dass es nach den US-amerikanischen und israelischen Angriffen nicht militärisch zugunsten Irans eingreifen wird.
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Die Erklärung erfolgt trotz wiederholter Hinweise auf eine „strategische Partnerschaft“ zwischen Russland und der Islamischen Republik.
Keine gegenseitige Verteidigung
Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte am Montag, dass eine Mitgliedschaft in BRICS keine Verpflichtung zur militärischen Unterstützung im Falle einer Aggression mit sich bringe.
„Die Mitgliedschaft in BRICS impliziert keine Verpflichtung zur gegenseitigen Hilfe im Falle militärischer Aggression“, erklärte Peskow laut EFE und Agerpres bei seinem täglichen Briefing.
Er fügte hinzu, dass sich der Staatenverbund, dem Brasilien, Indien, Russland, China, Südafrika, Ägypten, Äthiopien, Indonesien, Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate angehören, auf Zusammenarbeit außerhalb des militärischen Bereichs konzentriere.
Peskow räumte ein, dass innerhalb von BRICS bislang keine Konsultationen zur Eskalation rund um Iran organisiert worden seien.
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Diplomatische Verurteilung
Am Sonntag verurteilten der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein chinesischer Amtskollege Wang Yi die groß angelegten Angriffe der USA und Israels auf Iran.
„Solche Akte der Aggression verletzen schwerwiegend das Völkerrecht und die grundlegenden Prinzipien der Charta der Vereinten Nationen und destabilisieren die gesamte Region“, erklärten die beiden Minister während eines Telefonats.
Sie kritisierten zudem Maßnahmen, die „auf den Sturz der legitim gewählten Behörden souveräner Staaten abzielen“.
Präsident Wladimir Putin sprach separat sein Beileid nach der Ermordung des iranischen Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei aus.
„Ich spreche mein aufrichtiges Beileid zum Attentat auf den Obersten Führer Irans, Sayyid Ali Chamenei, und Mitglieder seiner Familie aus, das unter zynischer Verletzung aller Normen der menschlichen Moral und des Völkerrechts begangen wurde“, erklärte Putin in einem Telegramm an den iranischen Präsidenten Masoud Peseschkian.
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Strategische Distanz
Trotz seiner Rhetorik griff Russland bereits bei einem Angriff auf Iran Mitte 2025 nicht militärisch ein, obwohl Teheran zuvor Drohnen und militärische Ausrüstung für den Einsatz in der Ukraine an Moskau geliefert hatte.
Analysten des Institute for the Study of War, zitiert vom ukrainischen Medium Unian, vertreten die Ansicht, dass sich Russland faktisch von seinem iranischen Verbündeten distanziert habe.
Laut ISW vermied Putin in seiner Botschaft an Peseschkian auffällig, die Vereinigten Staaten oder Israel direkt zu benennen, was Experten als Zeichen dafür werten, dass Moskau eine weitere Verschlechterung der Beziehungen zu Washington vermeiden möchte.
Vertreter des russischen Außenministeriums äußerten sich öffentlich schärfer und warfen dem Westen eine „Jagd“ auf iranische Führungspersönlichkeiten vor. Beobachter betonen jedoch, dass über diplomatische Verurteilungen hinaus keine konkreten Unterstützungsmaßnahmen angeboten wurden.
Quellen: Digi24