Neue Entwicklungen rücken die seit Jahren laufenden Ermittlungen im Fall Madeleine McCann erneut in den Fokus. In einem ruhigen Wohnviertel sorgen aktuelle Berichte für Diskussionen.
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Fast 19 Jahre nach dem Verschwinden der damals dreijährigen Madeleine im Jahr 2007 beschäftigt der Fall weiterhin die Öffentlichkeit in Europa. Die Staatsanwaltschaft führt Christian Brückner nach wie vor als Hauptverdächtigen.
Eine Anklage im Zusammenhang mit dem Fall McCann wurde bislang nicht erhoben. Brueckner bestreitet jede Beteiligung.
Im Jahr 2020 nannten die Behörden seinen Namen öffentlich im Zusammenhang mit Madeleines Verschwinden aus dem portugiesischen Praia da Luz.
Wie die britische Zeitung Daily Express berichtet, stützen sich die Ermittler unter anderem auf Mobilfunkdaten, die ihn in der Nacht ihres Verschwindens in der Nähe der Ferienanlage verorten sollen. Zudem erklärten die Staatsanwälte, es gebe Material, das aus ihrer Sicht die Annahme stütze, dass Madeleine tot sei. Forensische Beweise, die ihn unmittelbar mit ihrem Tod in Verbindung bringen, wurden jedoch nicht veröffentlicht.
Zu Berichten über seinen aktuellen Wohnort äußerten sich die Ermittlungsbehörden bislang nicht.
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Umzug nach Braunschweig?
Der Daily Express berichtet weiter, Brueckner sei kürzlich in eine Wohnung in Braunschweig gezogen – in fußläufiger Entfernung zu mehreren Schulen und Betreuungseinrichtungen. Das Viertel ist überwiegend von Wohnhäusern geprägt; täglich sind dort Familien sowie Schülerinnen und Schüler unterwegs. In der Nähe des Gebäudes sollen jedoch Polizeibeamte postiert sein.
Ein Anwohner sagte der Zeitung: „Wir waren überrascht, zwei Zivilbeamte zu sehen, die ständig vor dem Haus warteten. Dann sah jemand, wie er das Haus verließ, und erkannte ihn sofort.“
Nach Angaben der Boulevardzeitung The Sun sollen sich Polizeikräfte rund um die Uhr in unmittelbarer Nähe des Wohnhauses aufhalten, unter anderem in einem hinter dem Gebäude abgestellten Fahrzeug.
Rechtliche Lage und Reaktionen im Viertel
Brueckner wurde im vergangenen September aus der Haft entlassen, nachdem er eine Freiheitsstrafe wegen der Vergewaltigung einer 72-jährigen Frau im Jahr 2005 vollständig verbüßt hatte. Nach geltendem Recht können Personen nach Ende ihrer Haftstrafe grundsätzlich frei wählen, wo sie wohnen. Unter Umständen können jedoch weiterhin Auflagen oder Überwachungsmaßnahmen angeordnet werden.
Für einige Anwohner sorgt diese Situation dennoch für Unruhe.
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„Hier in Braunschweig kennt ihn jeder. Ich kenne Nachbarn, die ihre Kinder nicht mehr allein zum Supermarkt gehen lassen. Wir haben alle Angst. Ganz in der Nähe gibt es drei Kindertagesstätten und drei Grundschulen. Warum darf sich so jemand hier niederlassen?“, sagte ein Anwohner dem Daily Express.
In einem weiteren Bericht, über den später auch Channel 4 berichtete, schrieb The Sun, die Polizei verfüge über Bilddateien, die ihre Annahme stützten, dass Madeleine tot sei. Zudem sollen Ermittler schriftliche Texte über Kindesentführungen sichergestellt haben, die Brueckner zugeschrieben werden.
Die Ermittlungen dauern an.
Quellen: The Daily Express, The Sun, Channel 4