Europas ehrgeiziger Plan zum Ausstieg aus schädlichen Chemikalien sieht sich großen Rückschlägen gegenüber.
Umweltgruppen warnen, dass Verzögerungen gefährliche Substanzen in Alltagsprodukten verbleiben lassen, berichtet The Guardian.
Fortschritt stockt
Die bisher größte Initiative der Europäischen Union zur Beschränkung giftiger Chemikalien hat sich erheblich verlangsamt.
Laut *The Guardian* habe ein Fahrplan aus dem Jahr 2022 darauf abgezielt, breite Gruppen gefährlicher Substanzen vom Markt zu verbieten.
Vier Jahre später sei der Fortschritt begrenzt gewesen, wobei mehrere geplante Beschränkungen noch nicht begonnen hätten.
Forscher sagen, viele Vorschläge seien trotz anfänglicher Zusagen in der Schwebe geblieben.
Verzögerungen kritisiert
Umweltorganisationen haben die Europäische Kommission für die Verlangsamung verantwortlich gemacht.
Laut *The Guardian* sagten Gruppen wie ClientEarth und das Europäische Umweltbüro, die Kommission sei zum Haupthindernis geworden.
Sie behaupten, dass Verzögerungen zu anhaltender Umweltverschmutzung durch Substanzen geführt hätten, die eigentlich hätten beschränkt werden sollen.
Der Bericht beschreibt die Situation als ein großes Versäumnis, frühere Ziele zu erreichen.
Schädliche Substanzen
Die ins Stocken geratenen Maßnahmen betreffen eine breite Palette von Chemikalien, die im täglichen Leben verwendet werden.
Laut *The Guardian* umfasse dies Substanzen, die in Kinderprodukten, Industriematerialien und Konsumgütern gefunden würden.
Einige seien mit ernsthaften Gesundheitsrisiken in Verbindung gebracht worden, wie Krebs, genetischen Schäden und chronischen Krankheiten.
Andere, darunter sogenannte „Ewigkeitschemikalien“, seien dafür bekannt, in der Umwelt zu persistieren.
Rechtliche Verpflichtungen verfehlt
EU-Regeln erfordern rechtzeitiges Handeln, sobald wissenschaftliche Empfehlungen vorliegen.
Laut *The Guardian* seien Fristen für die Einführung von Beschränkungen wiederholt, manchmal um Jahre, verpasst worden.
Der Bericht stellte Verzögerungen fest, die von etwas über einem Jahr bis zu fast vier Jahren reichten.
Kritiker sagen, dies untergrabe die Wirksamkeit des Regulierungssystems.
Begrenzter Fortschritt
Einige Beschränkungen seien trotz der Rückschläge dennoch eingeführt worden.
Laut *The Guardian* seien Kontrollen für bestimmte Chemikalien eingeführt worden, die in Feuerlöschschaum, Kunststoffen und anderen Anwendungen verwendet würden.
Viele wichtige Vorschläge blieben jedoch ungelöst oder seien verschoben worden.
Beobachter sagen, politische Zögerlichkeit verlangsame die Entscheidungsfindung.
Wachsende Frustration
Experten sagen, der mangelnde Fortschritt untergrabe das Vertrauen in das System.
„Das war sehr ermutigend“, sagte Hélène Duguy von ClientEarth mit Blick auf den ursprünglichen Fahrplan. „Jetzt sind wir vier Jahre nach der Erstveröffentlichung – und die Dinge sehen wirklich nicht gut aus.“
Analysten warnen, dass die EU ohne stärkere Maßnahmen Gefahr laufe, ihre eigenen Umweltziele zu verfehlen.
Quellen: The Guardian