Russlands Wirtschaft hat Jahre von Sanktionen, steigenden Militärausgaben und rückläufigem Handel mit westlichen Staaten hinter sich.
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Während der Kreml weiterhin Zuversicht ausstrahlt, sind in mehreren Bereichen Warnsignale aufgetaucht.
Nun scheinen sogar Institutionen mit engen Verbindungen zur russischen Regierung ernsthafte Risiken für die Zukunft anzuerkennen.
Rezessionssignale
Nach Angaben des ukrainischen Auslandsgeheimdienstes (FISU) gehen mehrere große russische Wirtschaftsinstitutionen davon aus, dass sich das Land einer Stagflation nähert. Dies berichtete Ukrinform unter Berufung auf nachrichtendienstliche Erkenntnisse.
Zu den genannten Institutionen gehören das Zentrum für makroökonomische Analyse und kurzfristige Prognosen, die Higher School of Economics sowie die Zentralbank Russlands.
Der FISU erklärte, wichtige Indikatoren deuteten darauf hin, dass sich die Wirtschaft seit November 2025 in Richtung einer Rezession entwickelt.
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Besorgniserregende Indikatoren
Dem Geheimdienstbericht zufolge stieg der zusammengesetzte Frühindikator für eine Rezession auf über 0,44 und lag damit deutlich über dem kritischen Schwellenwert von 0,12.
Gleichzeitig fiel der symmetrische Indikator zur Messung des Erholungspotenzials im November 2025 auf 0,05, nachdem er im Oktober noch bei 0,10 gelegen hatte, und damit weit unter den kritischen Wert von 0,35.
„Das bedeutet nicht nur eine hohe Wahrscheinlichkeit einer Rezession, sondern auch äußerst geringe Chancen auf eine schnelle Erholung“, heißt es in dem Geheimdienstbericht.
Industrieschwäche
Auch der Industriesektor zeigt Anzeichen von Belastung. Der S&P Global Manufacturing PMI für Januar 2026 liegt weiterhin unter der Marke von 50 Punkten, was auf eine Schrumpfung hinweist.
Die Rentabilität in der Industrie ist deutlich gesunken und fiel von 20 Prozent im September 2024 auf etwa 12 Prozent und nimmt weiterhin ab.
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Analysten, die in dem Bericht zitiert werden, warnen, dass Russland mit einem längeren Abschwung von mehr als einem Jahr rechnen müsse.
Pessimismus bei Verbrauchern
Auch die Stimmung in der Bevölkerung hat sich verschlechtert. Das russische Forschungsinstitut Lewada-Zentrum berichtete, dass der Index der wirtschaftlichen Erwartungen im Januar auf 113 Punkte gefallen ist, verglichen mit 140 im Jahr 2024.
Der Index für Verbraucherstimmung sank auf 98 Punkte und kehrte damit auf ein Niveau zurück, das zuletzt Ende 2022 beobachtet wurde, was auf zunehmenden Pessimismus unter den Russen hinweist.
Nach Prognosen russischer Institutionen selbst umfasst das Basisszenario für 2026 schwächeres Wachstum, sinkende Investitionen und eine reale Möglichkeit einer technischen Rezession.
Quellen: Ukrinform; Auslandsgeheimdienst der Ukraine; Lewada-Zentrum.