Russland und Iran haben in den vergangenen Jahren eine enge strategische Partnerschaft aufgebaut und bei Energie, Waffen und geopolitischen Fragen zusammengearbeitet.
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Moskau hat Teheran diplomatisch und wirtschaftlich unterstützt, während beide Länder unter westlichem Druck und Sanktionen stehen.
Diese Beziehung erstreckt sich auch auf den Nuklearsektor, in dem russische Ingenieure und Unternehmen eine wichtige Rolle beim Ausbau der zivilen iranischen Nuklearinfrastruktur spielen.
Arbeiten gestoppt
Der russische staatliche Atomkonzern Rosatom hat die Arbeiten am Kernkraftwerk Buschehr im Südwesten Irans ausgesetzt. Das geht aus Aussagen von Rosatom-Chef Alexei Lichatschow hervor, über die Reuters berichtete.
Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen nach US-amerikanischen und israelischen Angriffen auf Ziele im Iran.
Rosatom erklärte, dass Mitarbeiter aus Sicherheitsgründen aus dem Land abgezogen werden.
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Arbeiter evakuiert
Vor der Aussetzung der Arbeiten waren mehr als 600 Menschen in der Anlage beschäftigt.
Nach Angaben des Unternehmens wurden bereits etwa 100 Mitarbeiter aus dem Iran evakuiert, während sich weitere auf ihre Ausreise vorbereiten.
Rosatom erklärte, die Entscheidung sei kurz nach Beginn der Angriffe in der Region getroffen worden.
Wichtige Atomanlage
Buschehr ist Irans einziges in Betrieb befindliches Kernkraftwerk und wurde mit russischer Unterstützung gebaut. Russische Spezialisten arbeiten weiterhin an dem Standort und sind am Betrieb und an der Erweiterung der Anlage beteiligt.
Das Kraftwerk hat eine Leistung von etwa 1.000 Megawatt und spielt eine wichtige Rolle im zivilen iranischen Atomenergieprogramm.
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Ausbaupläne
Die Zusammenarbeit zwischen Moskau und Teheran im Nuklearsektor wurde zuletzt weiter ausgebaut.
In den Jahren 2024 und 2025 unterzeichneten Russland und Iran Vereinbarungen über den Bau zusätzlicher Reaktoren. Die Pläne sehen vor, in den kommenden Jahren mehrere neue Nuklearblöcke zu errichten.
Iranische Vertreter haben erklärt, dass das Land bis 2040 eine nukleare Energiekapazität von etwa 20 Gigawatt erreichen will.
Quellen: Reuters; PAP; O2.