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Volkswagen will 50.000 Stellen in Deutschland streichen, nachdem der Gewinn um 44 % eingebrochen ist

Volkswagen will 50.000 Stellen in Deutschland streichen, nachdem der Gewinn um 44 % eingebrochen ist
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Volkswagen will bis 2030 rund 50.000 Stellen in Deutschland streichen, nachdem der Gewinn um 44 % eingebrochen ist. Die Entlassungen sind Teil einer Umstrukturierung, die jährlich 6 Milliarden Euro einsparen soll, während der Autobauer mit steigenden Kosten, Zöllen und stärkerer Konkurrenz in China konfrontiert ist.

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Volkswagen plant, bis 2030 rund 50.000 Arbeitsplätze in Deutschland abzubauen. Europas größter Automobilhersteller startet damit eine umfassende Umstrukturierung, nachdem die Gewinne drastisch eingebrochen sind.

Der Umfang der Stellenstreichungen wurde von CEO Oliver Blume in einem Brief an die Aktionäre bekannt gegeben, der zusammen mit den jüngsten Geschäftszahlen des Unternehmens veröffentlicht wurde.

Die Entlassungen sind Teil eines umfassenderen Plans zur Kostensenkung und Stabilisierung des Konzerns, der mit nachlassender Nachfrage, wachsender Konkurrenz in China und zunehmenden geopolitischen Spannungen konfrontiert ist.

Eine umfassende Umstrukturierung im gesamten Konzern

„Insgesamt werden bis 2030 rund 50.000 Arbeitsplätze innerhalb der Volkswagen-Gruppe in Deutschland abgebaut“, schrieb Blume.

Die Zahl umfasst die bereits 2024 angekündigten 35.000 Stellenstreichungen innerhalb der Kernmarke Volkswagen, doch der neue Plan weitet die Einsparungen auch auf andere Teile des Konzerns aus.

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Nach Angaben des Unternehmens werden auch die Luxusmarken Audi und Porsche sowie die Software-Tochter Cariad von Personalabbau betroffen sein.

Volkswagen erklärt, die Umstrukturierung solle das Unternehmen effizienter und finanziell widerstandsfähiger machen. Ziel ist es, bis 2030 jährliche Einsparungen von 6 Milliarden Euro zu erzielen.

Erste Maßnahmen hätten bereits Wirkung gezeigt: Laut Unternehmen wurden im Jahr 2025 rund 1 Milliarde Euro eingespart.

Gewinne brechen trotz stabiler Umsätze ein

Wie dringend die Umstrukturierung ist, zeigt der jüngste Geschäftsbericht von Volkswagen.

Der Konzern meldete für 2025 einen Nettogewinn von 6,9 Milliarden Euro — ein Rückgang um 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das operative Ergebnis fiel noch stärker und sank um fast 53 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro, wodurch die operative Marge auf lediglich 2,8 Prozent schrumpfte.

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Der Umsatz blieb hingegen mit 322 Milliarden Euro weitgehend stabil, während die weltweiten Fahrzeugauslieferungen rund 9 Millionen Einheiten erreichten — ein leichter Rückgang von 0,2 Prozent im Jahresvergleich.

Volkswagen erklärte, der starke Gewinnrückgang sei teilweise auf zusätzliche Kosten von rund 9 Milliarden Euro im Laufe des Jahres zurückzuführen.

Dazu gehörten 5 Milliarden Euro im Zusammenhang mit Porsches veränderter Strategie bei Elektrofahrzeugen, 3 Milliarden Euro infolge von US-Zöllen sowie 1 Milliarde Euro im Zusammenhang mit laufenden Umstrukturierungen innerhalb des Konzerns.

Wachsende Probleme in China und auf den Weltmärkten

Die Ergebnisse spiegeln die zunehmend schwierigen Bedingungen wider, mit denen globale Automobilhersteller konfrontiert sind.

Volkswagen verzeichnete zwar Wachstum in Europa und Südamerika, wo die Auslieferungen um fünf bis zehn Prozent stiegen. Doch in zwei seiner wichtigsten Märkte hatte der Konzern deutlich größere Schwierigkeiten.

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Die Verkäufe in Nordamerika gingen um 12 Prozent zurück, vor allem aufgrund von Zöllen. In China — historisch der wichtigste Markt für Volkswagen — sanken die Auslieferungen um 6 Prozent. Lokale chinesische Hersteller haben in den vergangenen Jahren besonders im Bereich der Elektrofahrzeuge schnell Marktanteile gewonnen und zwingen internationale Hersteller dazu, ihre Strategien neu auszurichten.

Als Reaktion plant Volkswagen nach eigenen Angaben die größte Produktoffensive seiner Geschichte in China, mit neuen Modellen, die speziell für lokale Kunden entwickelt werden.

Rentabilität bleibt unter Druck

Mit Blick auf das kommende Jahr erwartet Volkswagen, dass die Profitabilität auch 2026 unter Druck bleiben wird — unter anderem wegen steigender Rohstoffpreise, geopolitischer Spannungen und anhaltend intensiven Wettbewerbs.

Das Unternehmen ist jedoch überzeugt, dass der Umstrukturierungsplan seine finanzielle Lage schrittweise verbessern wird. Für das nächste Jahr prognostiziert Volkswagen eine operative Marge zwischen 4 und 5,5 Prozent.

Die geplanten Stellenstreichungen verdeutlichen, wie stark sich die Automobilindustrie verändert. Während Hersteller massiv in Elektrifizierung und Software investieren und gleichzeitig mit neuen Wettbewerbern sowie Handelskonflikten konfrontiert sind, sehen sich selbst etablierte Branchenriesen wie Volkswagen zu schmerzhaften Umstrukturierungen gezwungen.

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Quellen: 20 Minutes, AFP