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Wissenschaftler entdecken Art wieder, die seit 6.000 Jahren als verschollen galt

Beautiful aerial view of the slopes of a mountain range in Papua New Guinea's highlands rain forest
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Eine Entdeckung in einem abgelegenen Teil der Welt hat Forschende überrascht, die sich mit urzeitlicher Tierwelt beschäftigen. Der Fund wirft neue Fragen darüber auf, wie einige Arten möglicherweise über Tausende von Jahren unbemerkt überleben konnten.

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Eine Entdeckung in einem abgelegenen Teil der Welt hat Forschende überrascht, die sich mit urzeitlicher Tierwelt beschäftigen. Der Fund wirft neue Fragen darüber auf, wie einige Arten möglicherweise über Tausende von Jahren unbemerkt überleben konnten.

Forschende sagen, dass der Fund sowohl die außergewöhnliche biologische Vielfalt der Wälder Neuguineas als auch den Umstand hervorhebt, dass ein großer Teil der dortigen Tierwelt noch immer nur unzureichend dokumentiert ist.

Wälder und Schutz

Die Wiederentdeckung hat auch die Aufmerksamkeit auf die Wälder gelenkt, in denen die Tiere noch leben. Teile von Westpapua sind mit zunehmender Abholzung konfrontiert, was bei Wissenschaftlern und Naturschutzorganisationen Besorgnis auslöst.

Laut der BBC könnte insbesondere der Lebensraum des Ringbeutelgleiters gefährdet sein, wenn große Waldflächen gerodet werden. Die Art verbringt einen Großteil ihres Lebens in Baumhöhlen hoch oben im Blätterdach.

Forschende sagen, dass die Entdeckung die Argumente für den Schutz der Wälder im Rahmen indigener Landrechte stärkt.

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Mehrere Naturschutzorganisationen unterstützen Bemühungen, eine rechtliche Anerkennung der Kontrolle lokaler Gemeinschaften über diese Gebiete zu erreichen, sodass Abholzungsprojekte nicht ohne ihre Zustimmung umgesetzt werden können.

Die Wälder Papuas gelten weithin als einige der biologisch vielfältigsten Ökosysteme der Erde. Wissenschaftler gehen davon aus, dass dort viele Arten noch nicht angemessen dokumentiert worden sind.

Lokales Wissen

Das Forschungsteam arbeitete während der Studie eng mit indigenen Gemeinschaften zusammen, schreibt Digi24. Älteste der Tambrauw- und Maybrat-Gruppen halfen den Wissenschaftlern, die Tiere zu identifizieren und ihre Präsenz in der Region zu verstehen.

Eine Mitautorin der Studie, das Maybrat-Gemeindemitglied Rika Korain, sagte, dass lokales Wissen eine entscheidende Rolle bei der Bestätigung der Art gespielt habe.

Professor Tim Flannery, ein australischer Wissenschaftler, der an der Forschung beteiligt war, hob ebenfalls die Traditionen der Gemeinschaften im Zusammenhang mit einem der Tiere hervor. „Sie sind ein sehr traditionelles Volk“, sagte er.

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Mit Bezug auf den Gleiter fügte Flannery hinzu, dass er vor Ort als heilig gilt, und erklärte: „Sie jagen ihn nicht nur nicht, sie erwähnen nicht einmal seinen Namen.“

Arten, die lange als verschwunden galten

Über Jahrzehnte waren beide Tiere nur aus Fossilresten bekannt, die Tausende Jahre alt sind. Daher gingen Wissenschaftler davon aus, dass die Arten vor etwa 6.000 Jahren verschwunden waren.

Zu den wiederentdeckten Säugetieren gehört das Zwerg-Langfingerbeuteltier, ein gestreiftes Beuteltier mit einem Gewicht von etwa 200 Gramm. Sein auffälligstes Merkmal ist der vierte Finger an jeder Hand, der etwa doppelt so lang ist wie die anderen Finger. Forschende glauben, dass diese Anpassung es dem Tier ermöglicht, holzbohrende Insekten aus dem Inneren von Bäumen herauszuholen.

Die zweite Art, ein Ringbeutelgleiter, ist ein nachtaktives, baumbewohnendes Tier, das in Höhlen hoch oben in den Bäumen des Regenwaldes Schutz sucht.

Wissenschaftler bestätigten die Identität der Tiere, indem sie Fossilienfunde mit historischen Bildern und erhaltenen Museumsexemplaren abglichen, bevor sie Felduntersuchungen in abgelegenen Regenwaldgebieten durchführten. Ihre Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Records of the Australian Museum veröffentlicht.

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Quellen: BBC, Digi24, Records of the Australian Museum